17.04. – Von Zuschauerrekorden und den Anfängen der Stadionarchitektur

Im April 1937 wurde in Schottland ein Rekord aufgestellt. Nie wieder danach verfolgten in Europa so viele Zuschauer ein Fußballspiel live im Stadion. Die Stadionarchitektur, die sich im frühen 20. Jahrhundert ebenso entwickelte wie der Fußballsport und immer größere Arenen hervorbrachte, machte es möglich.

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15.04. – Hillsborough 15. April 1989

Die Tragödie von Hillsborough war eine Zäsur. Sie veränderte nicht nur die Stadien, sondern bereitete den Weg für die Kommerzialisierung des Fußballs, wie er in den 1990er Jahren des letzten Jahrtausends begann und derzeit ungeahnte Blüten treibt. Hillsborough ist aber nicht nur Synonym für eine Katastrophe. Hillsborough steht für Misinformation durch die Polizei und andere offizielle Stellen, für eine gezielte Kampagne um Fußballanhänger, egal welcher Couleur, vorzuverurteilen und entsprechend zu behandeln.

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05.04. – Deutschland, international!

Das erste Länderspiel einer deutschen Nationalmannschaft

Deutschland gegen die Schweiz, das wäre heute auf dem Papier und wohl auch auf dem Platz eine klare Angelegenheit. Kaum jemand würde dem Fußballzwerg Schweiz gegen den vierfachen Weltmeister wohl ernsthafte Chancen einräumen. Während „Die Mannschaft“  seit Jahren sehr erfolgreich um europäische und internationale Titel kämpft, nimmt die Schweiz eher eine Nebenrolle hinter den Big Playern aus Spanien, Portugal, England und ebenjener deutschen Ländervertretung ein.

Doch wie sah das vor über 100 Jahren aus? Am 05.04.1908 dribbelte erstmals in der Geschichte eine deutsche Nationalmannschaft gegen ein anderes Land auf; und geriet bei chaotischen Bedingungen mit 5 zu 3 mächtig unter die Räder.

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01.04. – „Ein Tor würde dem Spiel gut tun“

Wie ein umgestürztes Tor zu einer Sternstunde deutscher Fernsehunterhaltung führte

Champions League. Liga der Besten. Die Crème de la Crème des europäischen Spitzenfußballs. Während der Erfolg in diesem Format für die teilnehmenden Mannschaften nur schwer planbar ist (noch nie konnte bis dato eine Mannschaft den Champions-League-Titel verteidigen), gilt für die mediale Inszenierung des Fußballspektakels das ganze Gegenteil: Alles ist minutiös durchstrukturiert, Abweichungen vom Plan sind nicht vorgesehen, die Übertragung einer handelsüblichen Partie folgt einer strengen Choreographie. Eigentlich. Und doch passieren manchmal Dinge, gegen die auch die am besten organisierte Fußballfernsehmaschinerie machtlos ist und die erfahrenen Moderatoren, die in ihrer Karriere schon so einiges erlebt haben, ungeahntes Improvisationstalent abverlangen.

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20.03. – Die Jagd nach dem Jules-Rimet-Pokal

Wie ein Hund zum Nationalhelden wurde

von Lennart Birth
Woche: 20.03.2017 – 26.03.2017

Wie wertvoll ist ein WM-Pokal? Von unterschiedlichen Personen erhält man auf diese Frage sicher ganz unterschiedliche Antworten. Die wenig fußball-affinen würden vermutlich den Wert der verarbeiteten Edelmetalle anführen, während eingefleischte Nationalmannschafts-Anhänger auf die immense ideelle Bedeutung verweisen würden.

In einem wären sie sich vermutlich einig: so ein Pokal kann verdammt viel wert sein.
Genau das dachte sich auch der britische Dockarbeiter Edward Betchley, als er am 20. März des WM-Jahres 1966 das Objekt der Begierde kurzerhand aus einer Ausstellung in London entwand.

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16.03. – Die Mutter aller Pokale

Charles W. Alcock erfindet den FA-Pokal – und gewinnt ihn.

von Ralf Lieschke
Woche: 13.03.2017 – 19.03.2017

Pokale und Meisterschaften standen noch nicht im Vordergrund, als sich 1863 in London die Football Association (FA) gründete. Vielmehr ging es um die Schaffung und Vereinheitlichung der Regeln, nach denen der noch relativ junge Sport vor allem an Schulen und Universitäten gespielt wurde. Die gemeinsamen Standards ermöglichten überhaupt erst eine Art von sportlichem Wettbewerb im Mutterland des Fußballs. In den ersten Jahren des Bestehens konzentrierte sich die FA in erster Linie auf die Verfeinerung dieser Regeln, während die Spiele selbst meist eher lokalen oder Freundschaftsspielcharakter ohne Auswirkungen auf eine verbandsweite Wertung hatten.  Weiterlesen

12.03. – Watersnoodwedstrijd

Wie ein Benefizspiel den Profifußball in den Niederlanden einläutete

von Alex Schnarr
Woche: 06.03.2017 – 12.03.2017

Man stelle sich vor, Leroy Sané (Manchester City) und Emre Can (FC Liverpool) organisieren ein Benefiz-Länderspiel deutscher Profis gegen die englische Fußball-Nationalmannschaft, um Geld für die Opfer einer Naturkatastrophe in Deutschland zu sammeln. Während der englische Fußballverband recht schnell mit im Boot ist, stimmt der DFB der Begegnung zwar zu, verweigert ihr aber die Anerkennung als offizielles Länderspiel und setzt sogar durch, dass vor dem Anpfiff nicht einmal die offizielle deutsche Nationalhymne erklingen dürfe. Begründung: Sané und Can wären Berufsfußballer, die deutsche Nationalmannschaft dürfe aber nur aus Amateuren bestehen; schließlich sei ja auch die Bundesliga so etwas wie die letzte Bastion des einzig wahren Sports: dem auf Amateurebene nämlich.

Klingt schräg? Ist es auch, trug sich aber 1953 trotzdem so zu, nur, dass die Protagonisten nicht Leroy Sané und Emre Can, sondern Theo Timmermans und Bram Appel hießen und die Auswahlen, um die es ging, die der Niederlande und Frankreichs waren. Was war passiert?
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03.03. – Ein Abendessen mit Folgen

Weil sonst niemand will, wird Bernd Schröder Fußballtrainer. Und bleibt es für 45 Jahre.

von Ralf Lieschke
Woche: 27.02.2017 – 05.03.2017

Trainerstühle gleichen im Fußballgeschäft oftmals Schleudersitzen. Sucht man nach Fußballtrainern, die es besonders lange im Amt ausgehalten haben, kommen einem unweigerlich Persönlichkeiten wie die Werder-Legenden Otto Rehhagel und Thomas Schaaf oder auch Sir Alex Ferguson in den Sinn. Doch selbst die knapp 27 Jahre, in denen der strenge Schotte die Geschicke von ManU lenkte, nehmen sich bescheiden aus gegen eine Trainer-Ära, die am 3. März 1971 in der DDR-Bezirksstadt Potsdam eher zufällig ihren Anfang nimmt.
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20.02. – Berlusconi, übernehmen Sie!

Silvio Berlusconi übernimmt den AC Mailand und verändert den europäischen Fußball

von Endreas Müller
Woche: 20.02.2017 – 26.02.2017

Am 20. Februar 1986 schwebt Silvio Berlusconi herab zum AC Mailand, um den Verein nach seinen Vorstellungen zu formen. Stilecht im Hubschrauber heranbrausend und mit Richard Wagners Ritt der Walküren als musikalischer Untermalung wurde er an diesem Tag als neuer Vereinspräsident und Mehrheitseigner des Klubs vorgestellt.  Weiterlesen

16.02. – Fußball im rauen Norden? Der KR Reykjavík macht’s vor!

Die Geschichte eines außergewöhnlichen Fußballvereins

von Lennart Birth
Woche: 13.02.2017 – 19.02.2017

Fußball zählt in Island zu den populärsten Sportarten. Das kleine Land hat über 20.000 eingetragene Spieler und Spielerinnen zu verzeichnen. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass gerade einmal gut 300.000 Menschen die Atlantikinsel bewohnen.
2016 konnte die isländische Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich auf sich aufmerksam machen. Spätestens seit der Wikingerschlachtruf (Huh!) der mitgereisten Fans durch die Stadien des europäischen Festlands brauste ist eines klar – Island ist eine fußballverrückte Nation.  Weiterlesen

Das Kalenderblatt – ab jetzt jeden Montag

Im vergangenen Dezember haben wir hier einen kleinen Testballon steigen lassen. Das Kalenderblatt erinnerte täglich an Ereignisse aus der Fußballgeschichte. Das Feedback darauf war positiv und unser Aufruf zur Mitarbeit war erfolgreich: Lennart und Ralle schmeißen hier in Zukunft mit Unterstützung der 120minuten-Redaktion den Laden.

Das Kalenderblatt wird ab sofort einmal wöchentlich erscheinen und ein denkwürdiges Ereignis aus der bevorstehenden Woche aufgreifen. Wir haben an der Optik geschraubt und werden noch ein paar technische Finessen einbauen. Und es wird wöchentlich ein kleines Quiz geben. Wir freuen uns drauf und hoffen, ihr auch.

24. 12. – Der Weihnachtsfrieden 1914

Fußball im Niemandsland – Ein Mythos

Als im Juni 1914 das Attentat von Sarajevo das Ende des 19. Jahrhunderts bedeutete und wenige Wochen später der 1. Weltkrieg das 20. einläutete, gingen alle beteiligten Kriegsparteien davon aus, dass dieser Waffengang gegen Ende des Jahres vorbei sein würde. Von einer Entscheidung konnte im Dezember 1914 jedoch keine Rede sein; vielmehr standen sich beide Seiten in einem unerbittlichen Stellungskrieg gegenüber. In der Historiographie wird im Zusammenhang mit der ersten Kriegsweihnacht sehr oft auch vom Weihnachtsfrieden gesprochen. Und davon, dass um diese Zeit im Niemandsland Fußball gespielt wurde. Letzteres soll Gegenstand dieses kurzen Textes sein.

Als Ausgangspunkt für diese kurze Episode des Waffenstillstands kann man eine Erklärung von Papst Benedikt XV. sehen, der am 7. Dezember die Kriegsparteien aufforderte, die Waffen während der Weihnachtszeit ruhen zu lassen. Sicher kann man diesen Wunsch nicht von der Hand weisen, denn christliche Nächstenliebe spielte wohl durchaus eine Rolle bei dieser überraschenden Fraternisierung im Niemandsland. Die zudem von den Befehlshabern ausdrücklich verboten wurde. Dennoch ist fraglich, ob dies tatsächlich der Auslöser war.

Britische und Deutsche Soldaten begraben ihre Kameraden im Dezember 1914

Britische und Deutsche Soldaten begraben ihre Kameraden im Dezember 1914

Die Berichte über den Weihnachtsfrieden gehen auseinander. Einige Quellen berichteten von ruhigen Frontabschnitten bereits im November 1914. Von einem Frieden zu sprechen, wäre dennoch unangebracht. Vielmehr ist diese Feuerpause als temporärer Waffenstillstand zu verstehen, der dazu genutzt wurde, Tote zu bergen und zu beerdigen sowie die Stellungen zu reparieren. Mitunter wurden Beerdigungen gemeinsam abgehalten und britische und deutsche Soldaten erwiesen ihren Kameraden die letzte Ehre. Die Nähe der Gräben ermöglichte eine nahezu normale Kommunikation, wodurch Unterhaltungen möglich waren. Die Voraussetzungen zum Austausch waren also gegeben und wurden auch genutzt. Nur so sind die spontanen Fraternisierungen im Niemandsland um die Weihnachtszeit im Jahr 1914 zu verstehen. Jedoch wurde jeder Versuch der Spionage mit dem Tode bestraft bzw. zog eine Gefangenschaft mit sich. Die Vorsicht war ein steter Begleiter.

In diesem Zusammenhang wurden und werden auch immer wieder Fußballspiele erwähnt, die zwischen formlosen Mannschaften beider Seiten stattgefunden haben. Es scheint fast so, als dürfe bei einer solchen Zusammenkunft von Briten und Deutschen auch der Fußball nicht fehlen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Krieg und Fußball seit 1914 zu den Anglo-Deutschen Beziehungen dazu gehören und das Weihnachtsfest von 1914 war somit der Ausgangspunkt dieser ganz besonderen Beziehung, die das 20. Jahrhundert prägte.

Auch hier ist wieder Vorsicht geboten, denn obwohl Fußbälle an der Front zu finden waren, fanden wohl keine Spiele zwischen britischen und deutschen Soldaten statt. Eher war es so, dass Soldaten der jeweils anderen Seite ihrem Gegner dabei zusahen, wie dieser spielte. Der Historiker Simon Jones hat sich sehr intensiv mit dem 1. Weltkrieg beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass die Spiele auch vielfach erfunden wurden, aus welchem Grund auch immer.

Obschon es zur Weihnacht 1914 an einigen Frontabschnitten friedlich zuging, ist es dennoch unangebracht, von einem Frieden zu sprechen. Eher sollte das Wort Feuerpause genutzt werden. Dass bis heute vom Weihnachtsfrieden gesprochen wird, lag an den Bedingungen: Weihnachten im ersten Kriegsjahr verbunden mit der Hoffnung, dass die Kämpfe alsbald ein Ende haben würden. In den Folgejahren kam es eben nicht zu solchen Szenen, wohl auch, weil der Krieg verbitterter geführt wurde. Aber nicht nur. Es liegt auch daran, dass beispielsweise in England jedes Jahr im November nahezu alle Fußball-Mannschaften mit einer Mohnblüte auf dem Trikot auflaufen, was erst vor Kurzem eine Strafe der FIFA für England und Schottland nach sich zog. Es liegt aber auch daran, dass in der Musik dieses Weihnachtsfestes auf höchst unterschiedliche Weise gedacht wird. Die bekanntesten Künstler, die sich dieses Themas angenommen haben sind beispielsweise Paul McCartney und die ebenfalls aus Liverpool stammende Band The Farm.

Geburtstage

  • Marcus Sorg (1965)
  • Gintaras Staučė (1969)
  • Marcelo Salas (1974)
  • Yıldıray Baştürk (1978)
  • Vieirinha (1986)
  • Theodor Gebre Selassie (1986)

23.12. Ein Weltmeister beim KSV Hessen

Shkodran Mustafi besucht die U13 des KSV Hessen

Nicht schlecht staunten die 20 U13-Kicker des KSV Hessen am 23. Dezember 2015 als plötzlich Shkodran Mustafi vor ihnen steht und locker „Hi, wie geht’s?“ fragt. Gekonnt nimmt er die Kinder an die Hand und lässt sich mit ihnen ablichten. Die ganze Aktion ist ein Geschenk ihres Trainer, Thorsten Fischer. Für Mustafi war es auch ein Besuch zu Hause, stammt er doch aus dem nordhessischen Bebra. Sein Halbbruder Luan spielt beim KSV und so konnte es Shkodran kurzfristig einräumen, beim Training vorbeizuschauen.

Es war eine Reise zu den Anfängen, sagt er. „So habe ich auch mal angefangen.“ Er erinnert sich, wie er nach einer 10:0 Niederlage von seinem Papa getröstet werden musste: „Ich habe nicht mehr aufgehört zu weinen. Mein Vater musste mich damals vom Platz holen.“ Der Besuch war für ihn auch ein Stück Rückbesinnung und Erdung nach einer aufregenden Phase als Profifußballer: „Hier hole ich mir ein Stück Bodenständigkeit.“ Natürlich gab er den jungen Talenten auch einen Rat mit auf den Weg: „Habt Spaß. Seid ehrgeizig.“ Denn von den Trainingsplätzen im nordhessischen Bebra sei es nur ein kurzer Weg in die großen Stadien, wusste er zu berichten. Nach einer Stunde war die Stippvisite vorbei und Shkodran fuhr nach Bebra zurück. Für die Kleinen war an diesem Nachmittag schon Weihnachten.

Und Sonst Noch

  • Am 23. Dezember 2011 wird Diego Simeone als neuer Trainer von Atlético Madrid vorgestellt. Ein halbes Jahr später gewinnt Atlético die Europa League und den UEFA Supercup, das Jahr darauf den spanischen Pokal. Wiederum nur ein Jahr später gewann man die spanische Meisterschaft sowie den spanischen Superpokal. Dazu kommen 2 verlorene Endspiele in der Champions League 2014 und 2016.

Geburtstage

  • René Tretschok (1968)
  • Michael Chopra (1983)

22.12. – Der einzige Europapokalsieger der ehemaligen DDR

Es war der größte Erfolg einer Vereinsmannschaft aus der ehemaligen DDR auf europäischer Bühne: Am 8. Mai 1974 gewann der 1. FC Magdeburg in Rotterdam den Europapokal der Pokalsieger; Gegner im Finale war niemand geringeres als der AC Mailand. Gegründet wurde der Club aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts am 22.12.1965, wobei es sich bei diesem Akt genau genommen um eine Ausgliederung der Fußballsektion aus dem SC Aufbau Magdeburg handelte. Im Rahmen der Gründungsversammlung im kleinen Saal des heutigen AMO Kultur- und Kongresshauses, das damals Kulturhaus „Ernst Thälmann“ hieß, wurde ein gewisser Ernst Hoberg zum Vorsitzenden berufen. Und da Hoberg gleichzeitig noch den Posten des General-Direktors im örtlichen „Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann“ (kurz: SKET) innehatte, blieben der 1. FC Magdeburg und das SKET von hier an eng miteinander verbunden. So eng, dass sich sogar Spielergebnisse der Fußballer mitunter direkt auf die Produktivität der Arbeiter im Kombinat auswirkten, was wiederum dazu führte, dass der Mannschaft quasi eine gewisse Mitverantwortung bei der Erfüllung des sozialistischen Plansolls zuteil wurde.

Und sonst:

Am 22. Dezember 2002 wird Lothar Matthäus Trainer bei Partizan Belgrad.

Geburtstage:

  • Peter Vollmann, 1957
  • Régis Dorn, 1979
  • Raphaël Guerreiro, 1993
  • Sergi Dader, 1993

21.12. Der Prinz von River Plate

Jetzt oder Nie: River Plate gewinnt 2 Titel in 4 Tagen

Selten eröffnen sich im Fußball Möglichkeiten Titel zu gewinnen; derer gleich zwei zu erringen innerhalb von vier Tagen ist nahezu einmalig. Die Möglichkeit ergab sich im Dezember 1997 für River Plate mit ihrem Kapitän Enzo El Príncipe Francescoli. Dieser begann seine Karriere bei River Plate in den 1980ern bevor eine Europa-Tournee über RC Paris, Olympique Marseille, Cagliari und Torino ihn 1994 zurückbrachte ins Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti, dem Stadion von River Plate.

Das Ende seiner Karriere im Dezember 1997 ist schier unglaublich, war es Francescoli und River Plate doch vergönnt, zwei Titel nach Hause zu tragen. Am 17. Dezember 1997 spielte man gegen São Paulo im Finale der Supercopa Libertadores. Es war die letzte Auflage dieses Turniers und River Plate hatte diesen Titel noch nie gewonnen. São Paulo wurde 2-1 im eigenen Stadion geschlagen.

Das Weihnachtsfest wurde noch ein wenig besser: am 21. Dezember spielte River auswärts gegen die Argentinos Juniors und holte ein 1-1. Das aber reichte, um die Apertura zu gewinnen. Nicht nur errang man den 2. Titel in 4 Tagen, sondern schaffte auch ein Triple aus 3 Meisterschaften: River hatte bereits die Apertura 1996 sowie die Clausura 1997 gewonnen. Der Erzrivale Boca wurde 2. mit einem Punkt Rückstand. Einen besseren Jahres- und Karriereabschluss kann man sich fast gar nicht vorstellen. Aus heutiger Perspektive bemerkenswert, wie unprätentiös Francescolis Auswechslung in diesem Spiel über die Bühne ging.

Und sonst

  • Am 21. Dezember 1997 pariert Peter Schmeichel glänzend. Seine Rettungstat gegen Newcastle wird später zum „Save of the decade.“
  • Am 21. Dezember 2015 sperrt die Ethikkommission der FIFA Sepp Blatter wegen eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen ihn.

Geburtstage

  • Daniel Amartey, Leicester City (1991)
  • Andreas Narr, 1. FC Magdeburg (1963)

20.12. – Manie in Mailand

“Antrieb und Stimmung sind bei einer Manie weit über dem Normalniveau”, weiß Wikipedia zu berichten. Weit über dem Normalniveau war mit Sicherheit auch der Empfang, der einem gewissen David Beckham bereitet wurde, als er am 20.12.2008 im Privatjet des damaligen Regierungschefs und AC-Milan-Besitzers Silvio Berlusconi in Mailand ankam. Die norditalienische Modemetropole also.

Es hätte für den damals 33-jährigen Fußball-Superstar, die Ikone, den Frisuren-Trendsetter und das Vermarktungswunder in Personalunion wohl kaum einen besseren Ort geben können, um sich während der Saisonpause in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) fit zu halten und Spielpraxis zu sammeln. Eigentlich bei Los Angeles Galaxy unter Vertrag, waren regelmäßige Einsätze unter Wettbewerbsbedingungen auch dringend nötig, wollte Beckham nicht Gefahr laufen, seinen Platz im englischen Nationalteam zu verlieren.

In der Serie A kam er 2008/2009 letzten Endes 18 Mal zum Einsatz, erzielte dabei zwei Tore und bereitete fünf weitere vor. In den Partien, in denen Beckham mitwirkte, verlor der AC Mailand lediglich dreimal und auch dem deutschen Publikum konnte sich “Becks” präsentieren: in der 3. Runde des UEFA-Cups gegen den SV Werder Bremen spielte er insgesamt 91 Minuten.

Und sonst:

  • Die deutsche Presse vermeldet am 20.12.1939, dass die FIFA die Fußball-Weltmeisterschaft 1942 angeblich an das Deutsche Reich vergeben hätte. Der Weltverband dementiert umgehend; die ursprünglich für 1942 geplante Endrunde wird schließlich 1950 in Brasilien ausgetragen.

Geburtstage:

  • Christoph Franke, 1944
  • Martin Demichelis, 1980
  • Ashley Cole, 1980
  • Adam Hlousek, 1988

19.12. – Römische Legende

Francesco Totti ist eine Legende beim AS Rom. Am 19. Dezember machte er sich mit zwei Toren zum erfolgreichsten Torschützen im Trikot der Roma. Das war bereits 2004. Francesco Totti sollte noch unzählige weitere Spiele für die Römer bestreiten und weit über 200 Tore erzielen.

Und seine Strahlkraft reicht weit über die Grenzen der italienischen Hauptstadt hinaus – der Fußballer Totti ist eine der wenigen landesweit anerkannten Identifikationsfiguren. Trotz und vielleicht sogar wegen seiner manchmal etwas unbeholfenen Außendarstellung. Der Fußballer Totti ist aufrichtig und wirkt authentisch. Die 11freunde haben ihm ein ausführliches Porträt gewidmet.

Und sonst

  • 19. Dezember 1997: Jens Lehmann erzielt in den letzten Minuten als Torhüter den Ausgleich für Schalke 04 im Revierderby gegen Borussia Dortmund.
  • Am 19. Dezember 2009 endet das erfolgreichste Fußballjahr des FC Barcelona bzw. einer Vereinsmannschaft überhaupt. Die Mannschaft von Pep Guardiola gewinnt die Fifa-Klub-WM, der 6. Titel des Jahres. Zuvor hatte Barcelona 2009 die spanische Meisterschaft, den Pokalsieg, die Champions League, den UEFA-Supercup sowie den spanischen Supercup geholt.
  • Sir Alex Ferguson überholt Sir Matt Busby und ist ab dem 19. Dezember 2010 der Trainer mit der längsten Amtszeit bei Manchester United.

Geburtstage

  • Hans-Josef Kapellmann, 1949
  • Michael Tönnies, 1959
  • Karim Benzema, 1987
  • Leonardo Bittencourt, 1993