15.04. – Hillsborough 15. April 1989

Die Tragödie von Hillsborough war eine Zäsur. Sie veränderte nicht nur die Stadien, sondern bereitete den Weg für die Kommerzialisierung des Fußballs, wie er in den 1990er Jahren des letzten Jahrtausends begann und derzeit ungeahnte Blüten treibt. Hillsborough ist aber nicht nur Synonym für eine Katastrophe. Hillsborough steht für Misinformation durch die Polizei und andere offizielle Stellen, für eine gezielte Kampagne um Fußballanhänger, egal welcher Couleur, vorzuverurteilen und entsprechend zu behandeln.

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05.04. – Deutschland, international!

Das erste Länderspiel einer deutschen Nationalmannschaft

Deutschland gegen die Schweiz, das wäre heute auf dem Papier und wohl auch auf dem Platz eine klare Angelegenheit. Kaum jemand würde dem Fußballzwerg Schweiz gegen den vierfachen Weltmeister wohl ernsthafte Chancen einräumen. Während „Die Mannschaft“  seit Jahren sehr erfolgreich um europäische und internationale Titel kämpft, nimmt die Schweiz eher eine Nebenrolle hinter den Big Playern aus Spanien, Portugal, England und ebenjener deutschen Ländervertretung ein.

Doch wie sah das vor über 100 Jahren aus? Am 05.04.1908 dribbelte erstmals in der Geschichte eine deutsche Nationalmannschaft gegen ein anderes Land auf; und geriet bei chaotischen Bedingungen mit 5 zu 3 mächtig unter die Räder.

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01.04. – „Ein Tor würde dem Spiel gut tun“

Wie ein umgestürztes Tor zu einer Sternstunde deutscher Fernsehunterhaltung führte

Champions League. Liga der Besten. Die Crème de la Crème des europäischen Spitzenfußballs. Während der Erfolg in diesem Format für die teilnehmenden Mannschaften nur schwer planbar ist (noch nie konnte bis dato eine Mannschaft den Champions-League-Titel verteidigen), gilt für die mediale Inszenierung des Fußballspektakels das ganze Gegenteil: Alles ist minutiös durchstrukturiert, Abweichungen vom Plan sind nicht vorgesehen, die Übertragung einer handelsüblichen Partie folgt einer strengen Choreographie. Eigentlich. Und doch passieren manchmal Dinge, gegen die auch die am besten organisierte Fußballfernsehmaschinerie machtlos ist und die erfahrenen Moderatoren, die in ihrer Karriere schon so einiges erlebt haben, ungeahntes Improvisationstalent abverlangen.

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20.03. – Die Jagd nach dem Jules-Rimet-Pokal

Wie ein Hund zum Nationalhelden wurde

von Lennart Birth
Woche: 20.03.2017 – 26.03.2017

Wie wertvoll ist ein WM-Pokal? Von unterschiedlichen Personen erhält man auf diese Frage sicher ganz unterschiedliche Antworten. Die wenig fußball-affinen würden vermutlich den Wert der verarbeiteten Edelmetalle anführen, während eingefleischte Nationalmannschafts-Anhänger auf die immense ideelle Bedeutung verweisen würden.

In einem wären sie sich vermutlich einig: so ein Pokal kann verdammt viel wert sein.
Genau das dachte sich auch der britische Dockarbeiter Edward Betchley, als er am 20. März des WM-Jahres 1966 das Objekt der Begierde kurzerhand aus einer Ausstellung in London entwand.

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16.03. – Die Mutter aller Pokale

Charles W. Alcock erfindet den FA-Pokal – und gewinnt ihn.

von Ralf Lieschke
Woche: 13.03.2017 – 19.03.2017

Pokale und Meisterschaften standen noch nicht im Vordergrund, als sich 1863 in London die Football Association (FA) gründete. Vielmehr ging es um die Schaffung und Vereinheitlichung der Regeln, nach denen der noch relativ junge Sport vor allem an Schulen und Universitäten gespielt wurde. Die gemeinsamen Standards ermöglichten überhaupt erst eine Art von sportlichem Wettbewerb im Mutterland des Fußballs. In den ersten Jahren des Bestehens konzentrierte sich die FA in erster Linie auf die Verfeinerung dieser Regeln, während die Spiele selbst meist eher lokalen oder Freundschaftsspielcharakter ohne Auswirkungen auf eine verbandsweite Wertung hatten.  Weiterlesen

12.03. – Watersnoodwedstrijd

Wie ein Benefizspiel den Profifußball in den Niederlanden einläutete

von Alex Schnarr
Woche: 06.03.2017 – 12.03.2017

Man stelle sich vor, Leroy Sané (Manchester City) und Emre Can (FC Liverpool) organisieren ein Benefiz-Länderspiel deutscher Profis gegen die englische Fußball-Nationalmannschaft, um Geld für die Opfer einer Naturkatastrophe in Deutschland zu sammeln. Während der englische Fußballverband recht schnell mit im Boot ist, stimmt der DFB der Begegnung zwar zu, verweigert ihr aber die Anerkennung als offizielles Länderspiel und setzt sogar durch, dass vor dem Anpfiff nicht einmal die offizielle deutsche Nationalhymne erklingen dürfe. Begründung: Sané und Can wären Berufsfußballer, die deutsche Nationalmannschaft dürfe aber nur aus Amateuren bestehen; schließlich sei ja auch die Bundesliga so etwas wie die letzte Bastion des einzig wahren Sports: dem auf Amateurebene nämlich.

Klingt schräg? Ist es auch, trug sich aber 1953 trotzdem so zu, nur, dass die Protagonisten nicht Leroy Sané und Emre Can, sondern Theo Timmermans und Bram Appel hießen und die Auswahlen, um die es ging, die der Niederlande und Frankreichs waren. Was war passiert?
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03.03. – Ein Abendessen mit Folgen

Weil sonst niemand will, wird Bernd Schröder Fußballtrainer. Und bleibt es für 45 Jahre.

von Ralf Lieschke
Woche: 27.02.2017 – 05.03.2017

Trainerstühle gleichen im Fußballgeschäft oftmals Schleudersitzen. Sucht man nach Fußballtrainern, die es besonders lange im Amt ausgehalten haben, kommen einem unweigerlich Persönlichkeiten wie die Werder-Legenden Otto Rehhagel und Thomas Schaaf oder auch Sir Alex Ferguson in den Sinn. Doch selbst die knapp 27 Jahre, in denen der strenge Schotte die Geschicke von ManU lenkte, nehmen sich bescheiden aus gegen eine Trainer-Ära, die am 3. März 1971 in der DDR-Bezirksstadt Potsdam eher zufällig ihren Anfang nimmt.
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20.02. – Berlusconi, übernehmen Sie!

Silvio Berlusconi übernimmt den AC Mailand und verändert den europäischen Fußball

von Endreas Müller
Woche: 20.02.2017 – 26.02.2017

Am 20. Februar 1986 schwebt Silvio Berlusconi herab zum AC Mailand, um den Verein nach seinen Vorstellungen zu formen. Stilecht im Hubschrauber heranbrausend und mit Richard Wagners Ritt der Walküren als musikalischer Untermalung wurde er an diesem Tag als neuer Vereinspräsident und Mehrheitseigner des Klubs vorgestellt.  Weiterlesen

16.02. – Fußball im rauen Norden? Der KR Reykjavík macht’s vor!

Die Geschichte eines außergewöhnlichen Fußballvereins

von Lennart Birth
Woche: 13.02.2017 – 19.02.2017

Fußball zählt in Island zu den populärsten Sportarten. Das kleine Land hat über 20.000 eingetragene Spieler und Spielerinnen zu verzeichnen. Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass gerade einmal gut 300.000 Menschen die Atlantikinsel bewohnen.
2016 konnte die isländische Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich auf sich aufmerksam machen. Spätestens seit der Wikingerschlachtruf (Huh!) der mitgereisten Fans durch die Stadien des europäischen Festlands brauste ist eines klar – Island ist eine fußballverrückte Nation.  Weiterlesen

Das Kalenderblatt – ab jetzt jeden Montag

Im vergangenen Dezember haben wir hier einen kleinen Testballon steigen lassen. Das Kalenderblatt erinnerte täglich an Ereignisse aus der Fußballgeschichte. Das Feedback darauf war positiv und unser Aufruf zur Mitarbeit war erfolgreich: Lennart und Ralle schmeißen hier in Zukunft mit Unterstützung der 120minuten-Redaktion den Laden.

Das Kalenderblatt wird ab sofort einmal wöchentlich erscheinen und ein denkwürdiges Ereignis aus der bevorstehenden Woche aufgreifen. Wir haben an der Optik geschraubt und werden noch ein paar technische Finessen einbauen. Und es wird wöchentlich ein kleines Quiz geben. Wir freuen uns drauf und hoffen, ihr auch.

24. 12. – Der Weihnachtsfrieden 1914

Fußball im Niemandsland – Ein Mythos

Als im Juni 1914 das Attentat von Sarajevo das Ende des 19. Jahrhunderts bedeutete und wenige Wochen später der 1. Weltkrieg das 20. einläutete, gingen alle beteiligten Kriegsparteien davon aus, dass dieser Waffengang gegen Ende des Jahres vorbei sein würde. Von einer Entscheidung konnte im Dezember 1914 jedoch keine Rede sein; vielmehr standen sich beide Seiten in einem unerbittlichen Stellungskrieg gegenüber. In der Historiographie wird im Zusammenhang mit der ersten Kriegsweihnacht sehr oft auch vom Weihnachtsfrieden gesprochen. Und davon, dass um diese Zeit im Niemandsland Fußball gespielt wurde. Letzteres soll Gegenstand dieses kurzen Textes sein.

Als Ausgangspunkt für diese kurze Episode des Waffenstillstands kann man eine Erklärung von Papst Benedikt XV. sehen, der am 7. Dezember die Kriegsparteien aufforderte, die Waffen während der Weihnachtszeit ruhen zu lassen. Sicher kann man diesen Wunsch nicht von der Hand weisen, denn christliche Nächstenliebe spielte wohl durchaus eine Rolle bei dieser überraschenden Fraternisierung im Niemandsland. Die zudem von den Befehlshabern ausdrücklich verboten wurde. Dennoch ist fraglich, ob dies tatsächlich der Auslöser war.

Britische und Deutsche Soldaten begraben ihre Kameraden im Dezember 1914

Britische und Deutsche Soldaten begraben ihre Kameraden im Dezember 1914

Die Berichte über den Weihnachtsfrieden gehen auseinander. Einige Quellen berichteten von ruhigen Frontabschnitten bereits im November 1914. Von einem Frieden zu sprechen, wäre dennoch unangebracht. Vielmehr ist diese Feuerpause als temporärer Waffenstillstand zu verstehen, der dazu genutzt wurde, Tote zu bergen und zu beerdigen sowie die Stellungen zu reparieren. Mitunter wurden Beerdigungen gemeinsam abgehalten und britische und deutsche Soldaten erwiesen ihren Kameraden die letzte Ehre. Die Nähe der Gräben ermöglichte eine nahezu normale Kommunikation, wodurch Unterhaltungen möglich waren. Die Voraussetzungen zum Austausch waren also gegeben und wurden auch genutzt. Nur so sind die spontanen Fraternisierungen im Niemandsland um die Weihnachtszeit im Jahr 1914 zu verstehen. Jedoch wurde jeder Versuch der Spionage mit dem Tode bestraft bzw. zog eine Gefangenschaft mit sich. Die Vorsicht war ein steter Begleiter.

In diesem Zusammenhang wurden und werden auch immer wieder Fußballspiele erwähnt, die zwischen formlosen Mannschaften beider Seiten stattgefunden haben. Es scheint fast so, als dürfe bei einer solchen Zusammenkunft von Briten und Deutschen auch der Fußball nicht fehlen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Krieg und Fußball seit 1914 zu den Anglo-Deutschen Beziehungen dazu gehören und das Weihnachtsfest von 1914 war somit der Ausgangspunkt dieser ganz besonderen Beziehung, die das 20. Jahrhundert prägte.

Auch hier ist wieder Vorsicht geboten, denn obwohl Fußbälle an der Front zu finden waren, fanden wohl keine Spiele zwischen britischen und deutschen Soldaten statt. Eher war es so, dass Soldaten der jeweils anderen Seite ihrem Gegner dabei zusahen, wie dieser spielte. Der Historiker Simon Jones hat sich sehr intensiv mit dem 1. Weltkrieg beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass die Spiele auch vielfach erfunden wurden, aus welchem Grund auch immer.

Obschon es zur Weihnacht 1914 an einigen Frontabschnitten friedlich zuging, ist es dennoch unangebracht, von einem Frieden zu sprechen. Eher sollte das Wort Feuerpause genutzt werden. Dass bis heute vom Weihnachtsfrieden gesprochen wird, lag an den Bedingungen: Weihnachten im ersten Kriegsjahr verbunden mit der Hoffnung, dass die Kämpfe alsbald ein Ende haben würden. In den Folgejahren kam es eben nicht zu solchen Szenen, wohl auch, weil der Krieg verbitterter geführt wurde. Aber nicht nur. Es liegt auch daran, dass beispielsweise in England jedes Jahr im November nahezu alle Fußball-Mannschaften mit einer Mohnblüte auf dem Trikot auflaufen, was erst vor Kurzem eine Strafe der FIFA für England und Schottland nach sich zog. Es liegt aber auch daran, dass in der Musik dieses Weihnachtsfestes auf höchst unterschiedliche Weise gedacht wird. Die bekanntesten Künstler, die sich dieses Themas angenommen haben sind beispielsweise Paul McCartney und die ebenfalls aus Liverpool stammende Band The Farm.

Geburtstage

  • Marcus Sorg (1965)
  • Gintaras Staučė (1969)
  • Marcelo Salas (1974)
  • Yıldıray Baştürk (1978)
  • Vieirinha (1986)
  • Theodor Gebre Selassie (1986)

23.12. Ein Weltmeister beim KSV Hessen

Shkodran Mustafi besucht die U13 des KSV Hessen

Nicht schlecht staunten die 20 U13-Kicker des KSV Hessen am 23. Dezember 2015 als plötzlich Shkodran Mustafi vor ihnen steht und locker „Hi, wie geht’s?“ fragt. Gekonnt nimmt er die Kinder an die Hand und lässt sich mit ihnen ablichten. Die ganze Aktion ist ein Geschenk ihres Trainer, Thorsten Fischer. Für Mustafi war es auch ein Besuch zu Hause, stammt er doch aus dem nordhessischen Bebra. Sein Halbbruder Luan spielt beim KSV und so konnte es Shkodran kurzfristig einräumen, beim Training vorbeizuschauen.

Es war eine Reise zu den Anfängen, sagt er. „So habe ich auch mal angefangen.“ Er erinnert sich, wie er nach einer 10:0 Niederlage von seinem Papa getröstet werden musste: „Ich habe nicht mehr aufgehört zu weinen. Mein Vater musste mich damals vom Platz holen.“ Der Besuch war für ihn auch ein Stück Rückbesinnung und Erdung nach einer aufregenden Phase als Profifußballer: „Hier hole ich mir ein Stück Bodenständigkeit.“ Natürlich gab er den jungen Talenten auch einen Rat mit auf den Weg: „Habt Spaß. Seid ehrgeizig.“ Denn von den Trainingsplätzen im nordhessischen Bebra sei es nur ein kurzer Weg in die großen Stadien, wusste er zu berichten. Nach einer Stunde war die Stippvisite vorbei und Shkodran fuhr nach Bebra zurück. Für die Kleinen war an diesem Nachmittag schon Weihnachten.

Und Sonst Noch

  • Am 23. Dezember 2011 wird Diego Simeone als neuer Trainer von Atlético Madrid vorgestellt. Ein halbes Jahr später gewinnt Atlético die Europa League und den UEFA Supercup, das Jahr darauf den spanischen Pokal. Wiederum nur ein Jahr später gewann man die spanische Meisterschaft sowie den spanischen Superpokal. Dazu kommen 2 verlorene Endspiele in der Champions League 2014 und 2016.

Geburtstage

  • René Tretschok (1968)
  • Michael Chopra (1983)

22.12. – Der einzige Europapokalsieger der ehemaligen DDR

Es war der größte Erfolg einer Vereinsmannschaft aus der ehemaligen DDR auf europäischer Bühne: Am 8. Mai 1974 gewann der 1. FC Magdeburg in Rotterdam den Europapokal der Pokalsieger; Gegner im Finale war niemand geringeres als der AC Mailand. Gegründet wurde der Club aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts am 22.12.1965, wobei es sich bei diesem Akt genau genommen um eine Ausgliederung der Fußballsektion aus dem SC Aufbau Magdeburg handelte. Im Rahmen der Gründungsversammlung im kleinen Saal des heutigen AMO Kultur- und Kongresshauses, das damals Kulturhaus „Ernst Thälmann“ hieß, wurde ein gewisser Ernst Hoberg zum Vorsitzenden berufen. Und da Hoberg gleichzeitig noch den Posten des General-Direktors im örtlichen „Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann“ (kurz: SKET) innehatte, blieben der 1. FC Magdeburg und das SKET von hier an eng miteinander verbunden. So eng, dass sich sogar Spielergebnisse der Fußballer mitunter direkt auf die Produktivität der Arbeiter im Kombinat auswirkten, was wiederum dazu führte, dass der Mannschaft quasi eine gewisse Mitverantwortung bei der Erfüllung des sozialistischen Plansolls zuteil wurde.

Und sonst:

Am 22. Dezember 2002 wird Lothar Matthäus Trainer bei Partizan Belgrad.

Geburtstage:

  • Peter Vollmann, 1957
  • Régis Dorn, 1979
  • Raphaël Guerreiro, 1993
  • Sergi Dader, 1993

21.12. Der Prinz von River Plate

Jetzt oder Nie: River Plate gewinnt 2 Titel in 4 Tagen

Selten eröffnen sich im Fußball Möglichkeiten Titel zu gewinnen; derer gleich zwei zu erringen innerhalb von vier Tagen ist nahezu einmalig. Die Möglichkeit ergab sich im Dezember 1997 für River Plate mit ihrem Kapitän Enzo El Príncipe Francescoli. Dieser begann seine Karriere bei River Plate in den 1980ern bevor eine Europa-Tournee über RC Paris, Olympique Marseille, Cagliari und Torino ihn 1994 zurückbrachte ins Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti, dem Stadion von River Plate.

Das Ende seiner Karriere im Dezember 1997 ist schier unglaublich, war es Francescoli und River Plate doch vergönnt, zwei Titel nach Hause zu tragen. Am 17. Dezember 1997 spielte man gegen São Paulo im Finale der Supercopa Libertadores. Es war die letzte Auflage dieses Turniers und River Plate hatte diesen Titel noch nie gewonnen. São Paulo wurde 2-1 im eigenen Stadion geschlagen.

Das Weihnachtsfest wurde noch ein wenig besser: am 21. Dezember spielte River auswärts gegen die Argentinos Juniors und holte ein 1-1. Das aber reichte, um die Apertura zu gewinnen. Nicht nur errang man den 2. Titel in 4 Tagen, sondern schaffte auch ein Triple aus 3 Meisterschaften: River hatte bereits die Apertura 1996 sowie die Clausura 1997 gewonnen. Der Erzrivale Boca wurde 2. mit einem Punkt Rückstand. Einen besseren Jahres- und Karriereabschluss kann man sich fast gar nicht vorstellen. Aus heutiger Perspektive bemerkenswert, wie unprätentiös Francescolis Auswechslung in diesem Spiel über die Bühne ging.

Und sonst

  • Am 21. Dezember 1997 pariert Peter Schmeichel glänzend. Seine Rettungstat gegen Newcastle wird später zum „Save of the decade.“
  • Am 21. Dezember 2015 sperrt die Ethikkommission der FIFA Sepp Blatter wegen eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen ihn.

Geburtstage

  • Daniel Amartey, Leicester City (1991)
  • Andreas Narr, 1. FC Magdeburg (1963)

20.12. – Manie in Mailand

“Antrieb und Stimmung sind bei einer Manie weit über dem Normalniveau”, weiß Wikipedia zu berichten. Weit über dem Normalniveau war mit Sicherheit auch der Empfang, der einem gewissen David Beckham bereitet wurde, als er am 20.12.2008 im Privatjet des damaligen Regierungschefs und AC-Milan-Besitzers Silvio Berlusconi in Mailand ankam. Die norditalienische Modemetropole also.

Es hätte für den damals 33-jährigen Fußball-Superstar, die Ikone, den Frisuren-Trendsetter und das Vermarktungswunder in Personalunion wohl kaum einen besseren Ort geben können, um sich während der Saisonpause in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) fit zu halten und Spielpraxis zu sammeln. Eigentlich bei Los Angeles Galaxy unter Vertrag, waren regelmäßige Einsätze unter Wettbewerbsbedingungen auch dringend nötig, wollte Beckham nicht Gefahr laufen, seinen Platz im englischen Nationalteam zu verlieren.

In der Serie A kam er 2008/2009 letzten Endes 18 Mal zum Einsatz, erzielte dabei zwei Tore und bereitete fünf weitere vor. In den Partien, in denen Beckham mitwirkte, verlor der AC Mailand lediglich dreimal und auch dem deutschen Publikum konnte sich “Becks” präsentieren: in der 3. Runde des UEFA-Cups gegen den SV Werder Bremen spielte er insgesamt 91 Minuten.

Und sonst:

  • Die deutsche Presse vermeldet am 20.12.1939, dass die FIFA die Fußball-Weltmeisterschaft 1942 angeblich an das Deutsche Reich vergeben hätte. Der Weltverband dementiert umgehend; die ursprünglich für 1942 geplante Endrunde wird schließlich 1950 in Brasilien ausgetragen.

Geburtstage:

  • Christoph Franke, 1944
  • Martin Demichelis, 1980
  • Ashley Cole, 1980
  • Adam Hlousek, 1988

19.12. – Römische Legende

Francesco Totti ist eine Legende beim AS Rom. Am 19. Dezember machte er sich mit zwei Toren zum erfolgreichsten Torschützen im Trikot der Roma. Das war bereits 2004. Francesco Totti sollte noch unzählige weitere Spiele für die Römer bestreiten und weit über 200 Tore erzielen.

Und seine Strahlkraft reicht weit über die Grenzen der italienischen Hauptstadt hinaus – der Fußballer Totti ist eine der wenigen landesweit anerkannten Identifikationsfiguren. Trotz und vielleicht sogar wegen seiner manchmal etwas unbeholfenen Außendarstellung. Der Fußballer Totti ist aufrichtig und wirkt authentisch. Die 11freunde haben ihm ein ausführliches Porträt gewidmet.

Und sonst

  • 19. Dezember 1997: Jens Lehmann erzielt in den letzten Minuten als Torhüter den Ausgleich für Schalke 04 im Revierderby gegen Borussia Dortmund.
  • Am 19. Dezember 2009 endet das erfolgreichste Fußballjahr des FC Barcelona bzw. einer Vereinsmannschaft überhaupt. Die Mannschaft von Pep Guardiola gewinnt die Fifa-Klub-WM, der 6. Titel des Jahres. Zuvor hatte Barcelona 2009 die spanische Meisterschaft, den Pokalsieg, die Champions League, den UEFA-Supercup sowie den spanischen Supercup geholt.
  • Sir Alex Ferguson überholt Sir Matt Busby und ist ab dem 19. Dezember 2010 der Trainer mit der längsten Amtszeit bei Manchester United.

Geburtstage

  • Hans-Josef Kapellmann, 1949
  • Michael Tönnies, 1959
  • Karim Benzema, 1987
  • Leonardo Bittencourt, 1993

18.12. Deutschland – Albanien 1994

Pfiffe in Kaiserslautern

Deutschland und Albanien – da war doch was. Richtig, am 17. Dezember 1967 spielten beide Mannschaften in der EM-Qualifikation gegeneinander. Es war eine der größten Blamagen in der deutschen Fußballgeschichte. Die Mannschaft um Overath, Netzer und Held schaffte es nicht, ein Tor zu erzielen und verpasste dadurch die Endrunde 1968 in Italien; übrigens die einzige Endrunde, für die sich eine DFB-Auswahl sportlich nicht qualifiziert hat. Der Vize-Weltmeister von 1966 spielte nicht um den EM-Titel mit.

Fast auf den Tag genau 27 Jahre später kam es erneut zu einem Aufeinandertreffen beider Mannschaften in Kaiserslautern. Wieder war es die Qualifikation zur EM. Die Zeiten hatten sich dramatisch geändert: Jugoslawien war zerfallen und mitten in einem schlimmen Bürgerkrieg, aus 2 deutschen Staaten war einer geworden.

Bertis Rumpelfußballer taten sich schwer, obschon es vielversprechend begann. Bereits in der 8. Minute sorgte kein geringerer als Lothar Matthäus per Elfmeter für die Führung. Keine 10 Minuten legte Klinsmann nach. Eigentlich sollte damit alles klar sein. Doch weit gefehlt. Altin Rraklli verkürzt nach knapp einer Stunde auf 2-1 und die Vogts-Elf hangelt sich durch das Spiel. Dafür gibt es vom Kaiserslauterer Publikum heftige Pfiffe. Am Ende reichte es zur Qualifikation für die Endrunde in England 1996. Dort wurde man dann Europameister.

Und sonst

  • 18. Dezember 1993: Lothar Matthäus löst Karl-Heinz Rummenigge als Rekord-Spielführer der Nationalmannschaft ab.
  • Am 18. Dezember 2022 wird in Katar das Finale der 22. Fußballweltmeisterschaft stattfinden.

Geburtstage

  • Ernst Liebrich, 1923
  • Bernd Dörfel, 1944
  • Hans-Jörg Criens, 1960
  • Mario Basler, 1968
  • Santiago Cañizares, 1969
  • Karim Benyamina, 1981

17.12. – Codename: Ruth Malosso

Kramt man im Gedächtnis nach portugiesischen Ausnahmefußballern, kommt einem sofort Cristiano Ronaldo in den Sinn. Sein Können und seine Außendarstellung überstrahlen nahezu Alles und Jeden. Aber wenn man sich ein bisschen anstrengt, fällt einem auch Eusébio ein, der schwarze Panther, der einen großen Anteil daran hatte, dass Portugal in den 60er-Jahren einen Platz auf der europäischen Fußballlandkarte bekam. Der dritte Platz bei der WM 1966 ist neben dem EM-Titel 2016 einer der größten Erfolge einer portugiesischen Auswahl überhaupt. Eusébio zeigte im Turnierverlauf herausragende Leistungen und war einer der schillerndsten Spieler dieser WM. Unter Vertrag war er viele Jahre bei Benfica Lissabon und holte 2 Mal den Pokal der Landesmeister und 11 Mal den portugiesischen Meistertitel.

Bereits im Alter von 18 Jahren wechselte Eusébio aus seiner Heimat, dem heutigen Mosambik (damals eine portugiesische Kolonie), zu Benfica. Der Transfer wurde streng vertraulich behandelt. Am 17. Dezember 1960 erreichte nicht etwa Eusébio Lissabon, sondern Ruth Malosso. Die Verantwortlichen bei Benfica um Bela Guttmann hatten sich sogar ein Pseudonym für ihren Toptransfer ausgedacht.

Der Grund dafür war Rivale Sporting Lissabon. Denn eigentlich hatte Eusébio bis dato in Sportings Farmteam in Mosambik gekickt. Benfica hatte ihn kurzerhand abgeworben und um kein Aufsehen zu erregen, bekam Eusébio ein Pseudonym verpasst. Nach seiner Ankunft in Lissabon wurde er sofort in ein abgelegenes Hotel an der Algarve gebracht, da Benfica damit rechnete, dass Sporting Eusébio kidnappen könnte. Eusébio war drauf und dran wegen des Versteckspiels Portugal wieder zu verlassen. Der portugiesische Fußball der 60er- und 70er-Jahre wäre wohl ein anderer gewesen, hätte seine Mutter ihn nicht überredet zu bleiben.

Und sonst

  • Just Fontaine, späterer WM-Rekordtorschütze, gibt am 17. Dezember 1953 sein Länderspieldebüt für Frankreich und erzielt beim 8:0 Sieg über Luxemburg drei Tore.
  • Am 17. Dezember 1967 scheitert die BRD in der EM-Qualifikation. Ein torloses Unentschieden in Albanien verhindert den Einzug in die Endrunde – die Schmach von Tirana.

Geburtstage

  • Jan Schindelmeiser, 1963
  • Patrick Müller, 1976
  • Tim Wiese, 1981
  • Boubacar Sanogo, 1982
  • André Ayew, 1989
  • Marcel Risse, 1989
  • Martin Ødegaard, 1998

16.12. Die Geburtsstunde des Europapokals

Gabriel Hanot veröffentlicht seinen Entwurf eines europäischen Pokalwettbewerbs

Als die englische Tageszeitung Daily Mail 1954 die Wolverhampton Wanderers nach Siegen gegen Spartak Moskau und Honved Budapest als beste Fußballmannschaft der Welt bezeichnete, konnte sich der französische Journalist und ehemalige Nationalspieler Gabriel Hanot nicht mehr zurückhalten ob der Arroganz der Engländer. Am 16. Dezember 1954 veröffentlichte er daraufhin in der französischen Sportzeitung L’Equipe einen Entwurf für einen europäischen Pokalwettbewerb, der alle Verbände umfassen sollte. Er lud des Weiteren Vertreter von 18 europäischen Vereinen nach Paris ein, die der Idee offen gegenüberstanden. FIFA und UEFA gaben ihr OK und Hanot arbeitete an seiner Idee und am Regelwerk. Dieses sah vor, dass die Clubs in 2 Spielen gegeneinander antreten sollten, in Hin- und Rückspiel im K.O.-System. Der Grundstein war gelegt für einen der populärsten Wettbewerbe in der Geschichte des Sports.

Das erste Turnier begann im Herbst 1955 mit 16 Mannschaften und endete am 13. Juni 1956 im Pariser Prinzenpark als Real Madrid gegen Stade Reims antrat. Es ging flott los: nach 14 Minuten waren drei Tore gefallen und Reims lag 2:1 vorn. Zur Pause schaffte Madrid den 2:2-Ausgleich ehe Michel Hidalgo nach 60 Minuten das dritte Tor für die Franzosen erzielte. Es sollte aber nicht reichen, zweimal schlug Real noch zu und war somit der erste Europapokalsieger der Fußballgeschichte. Interessanterweise nahmen keine Mannschaften aus der UdSSR und England teil. Chelsea wurde die Teilnahme von der Football Association untersagt, die russischen Mannschaften beteiligten sich bis 1967 nicht am Wettbewerb aufgrund des engen Spielplans bedingt durch den langen Winter.

Und sonst

  • Am 16. Dezember 1991 gibt Eric Cantona bekannt, dass er nicht länger Profifußball spielen würde. Vorausgegangen war eine Sperre, aufgrund einer Auseinandersetzung mit einem Schiedsrichter.
  • Am 16. Dezember 2014 gibt Thierry Henry sein Karriereende bekannt.

Geburtstage

  • Dennis Wise (1966)
  • Mats Hummels (1988)

15.12. – Von der Talkshow in die U-Haft

So schnell kann es gehen: Eben hatte er noch in Thomas Gottschalks Late Night Show bei RTL (O-Ton) “mit Kati Witt auf Inlinern Tango getanzt”, plötzlich befindet sich Maurizio Gaudino, zum damaligen Zeitpunkt im dezember 1994 bei der Frankfurter Eintracht in Ungnade gefallener Bundesligaprofi, in Untersuchungshaft und unter Polizeibegleitung auf dem Weg nach Mannheim, wo ein Prüfungstermin vor dem Haftrichter ansteht.

Der Vorwurf: Versuchter Versicherungsbetrug im Zusammenhang mit Autoschiebereien. Es dürfte das erste und bisher einzige Mal gewesen sein, dass ein deutscher Bundesliga-Profi unmittelbar nach einer Talkshow in Polizeigewahrsam genommen wurde – laut Angaben der Beamten hätte Fluchtgefahr bestanden. Gaudino, der insgesamt 294 Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam und 1992 mit dem VfB Stuttgart die Meisterschaft feiern konnte, wurde schließlich zu 2 Jahren und 4 Monaten auf Bewährung sowie satten 180.000 DM Geldstrafe verurteilt.

Seiner Fußballerkarriere tat das jedoch keinen Abbruch, auch wenn seine weitere Laufbahn im Vergleich zu den mehrjährigen Gastspielen in Mannheim, Stuttgart und Frankfurt danach eher unstet verlief: zwei Leihen zu Manchester City und zu Club América in Mexiko folgten noch Engagements in Basel, Bochum und bei Antalyaspor, bevor Gaudino seine Karriere dann wiederum beim SV Waldhof Mannheim ausklingen ließ, bei der seine Profilaufbahn seinerzeit auch ihren Anfang genommen hatte.

Maurizio Gaudino im Interview (2004): “Ich wurde zum Zuhälter abgestempelt”

Und sonst:

  • Am 15.12.1995 veränderte das so genannte “Bosman-Urteil” die Fußballwelt, wie man sie bis dahin kannte.

Geburtstage:

  • Martin Skrtel, 1984
  • Keylor Navas, 1986
  • Edgar Prib, 1989
  • Pierre-Michel Lasogga, 1991

14.12. – Reals Fußballtempel

Der 14. Dezember 1947 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte Real Madrids. An diesem Tag wird das Nuevo Estadio Chamartín eingeweiht. Initiiert hatte den Stadionneubau der damalige Real-Präsident Santiago Bernabéu. Das Stadion wurde bereits Mitte der 50er-Jahre noch zu seinen Lebzeiten nach ihm umbenannt. Der Bau war eine visionäre Wette Bernabéus auf die Zukunft. Seine Rechnung war einfach: Tickets waren damals die wichtigste Einnahmequelle eines Fußballvereins und wer das größte Stadion hatte, hatte auch die größten Einnahmen und könnte damit die teuersten Fußballer verpflichten. Bernabéu spekulierte auf einen Zuschauerboom und ließ das neue Stadion mit mehr als dreimal so vielen Plätzen konzipieren. Sein Plan ging auf und Real erweiterte das spätere Estadio Santiago Bernabéu schon bald auf atemberaubende 125.000 Plätze.

Auch bei der Standortauswahl bewies Bernabéu Geschick. Real erwarb für die damals unglaubliche Summe von 3 Mio. Peseten zusätzliches Land in der Nähe des bestehenden Stadions für den Neubau. Dies sollte sich als weise Entscheidung herausstellen – die Heimspielstätte Reals liegt inzwischen an einer der wichtigsten Hauptstraßen Madrids. Das Stadion war ein wichtiges Puzzleteil zum Aufstieg Reals. Bei seiner Fertigstellung dümpelten die Königlichen noch im Mittelfeld der spanischen Liga. Das sollte Bernabéu mit namhaften Verpflichtungen in den darauffolgenden Jahren ändern.

Das Estadio Santiago Bernabéu wurde in der Folge mehrfach umgebaut und fasst heute „nur noch“ gut 81.000 Besucher – hier kann man im Stadion Platz nehmen und sich umsehen.

Und sonst

  • Johann Cruyff, damals Trainer von Ajax Amsterdam, verhilft Dennis Bergkamp am 14. Dezember 1986 zu seinem Profi-Debüt.
  • Am 14. Dezember 1994 läuft Vinnie Jones das erste Mal für die walisische Nationalmannschaft auf. Er übernimmt prompt die Kapitänsbinde.

Geburtstage

  • Chris Waddle, 1960
  • Nico Van Kerckhoven, 1970
  • Zdeněk Pospěch, 1978
  • Tobias Willi, 1979
  • Jean-Alain Boumsong, 1979
  • Chadli Amri, 1984
  • Jakub Błaszczykowski, 1985

13.12. – Let it snow!

Rabah Madjer. Dieser Name lässt Bayern-Fans erschaudern. 1987 machte Madjer mit seinem unvergessenen Hackentor die Niederlage des FC Bayern im Finale des Europapokals der Landesmeister perfekt. Stattdessen holte der FC Porto den wichtigsten Titel des europäischen Vereinsfußballs und das Anrecht auf einen unvergesslichen Ausflug nach Tokio.

Dort „musste“ am 13. Dezember 1987 das Finale des Weltpokals ausgetragen werden gegen den Club Atlético Peñarol aus Montevideo. Eigentlich war nicht ans Fußballspielen zu denken. Ein Schneesturm tobte und das Spielfeld war mit einer dicken Schneedecke überzogen, darunter Matsch. Irreguläre Bedingungen für ein solches Spiel, aber Sponsoren und Organisatoren duldeten keinen Aufschub.

Was sich dann auf dem Platz abspielte, war keines Weltpokalfinales würdig und das Gezeigte erinnerte nur rudimentär an Fußball. Am Ende entschied Rabah Madjer auch dieses Spiel. Aus über 30 Metern Entfernung traf er sehenswert in der Verlängerung. In Zeitlupengeschwindigkeit überquert der Ball die Torlinie.

Geburtstage

  • Dieter Eilts, 1964
  • Santi Cazorla, 1984
  • Mikael Lustig, 1986

12.12. – Ohne Stimme keine Stimmung

Die Vereinbarkeit von Fankultur und Profifußball war, ist und bleibt ein Dauerthema in den Fankurven von Kiel bis Unterhaching. Im Herbst 2012 erreichte die Debatte aus Fan-Perspektive einen neuerlichen Tiefpunkt. Nachdem bereits ein Jahr vorher im Rahmen der von 160 Ultrà-Gruppen getragenen Kampagne “Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren” Gespräche mit dem DFB zum Reizthema “Pyrotechnik” stattfanden, die zu einem recht weit fortgeschrittenen Zeitpunkt vonseiten des Verbandes allerdings plötzlich beendet wurden. Nun also ging es wieder um das Thema “Sicherheit”, diesmal allerdings bezogen auf den gesamten Stadionbesuch. Auf ihrer DFL-Mitgliederversammlung im Sheraton-Hotel in Frankfurt am Main verabschiedete die Mehrheit der Erst- und Zweitligisten das äußerst umstrittene Konzeptpapier “Sicheres Stadionerlebnis”, gegen das sich bereits im Vorfeld fan-seitig massive Kritik regte. Im Zuge des Projektes “12:12 – Ohne Stimme keine Stimmung” fanden am 12.12.2012 deutschlandweit verschiedene Aktionen statt mit dem Ziel, die Öffentlichkeit über das Konzeptpapier und die darin enthaltenen, die Fankultur gefährdenden Punkte zu informieren.

Mit Erfolg: Gegenüber der ursprünglich geplanten Version wurden einige Aspekte entschärft. Verabschiedet wurde das Papier trotzdem, was laut dem damaligen Liga-Präsident Rauball aber kein Beschluss gegen die Fans, sondern für den Fußball der Zukunft gewesen sein soll…

kicker.de: “DFL-Sicherheitskonzept in allen Punkten verabschiedet”

Und sonst:

  • Am 12.12.2015 werden in Paris die Gruppen für die Fußball-EM 2016 ausgelost.

Geburtstage:

  • Maurizio Gaudino, 1966
  • Babacar N’Diaye, 1973
  • Razundara Tjikuzu, 1979
  • Daniel Agger, 1984

11.12. – Live und in Farbe

Anthony Yeboahs wahres Alter ist inzwischen ermittelt, sämtliche Phantomtore sind durch unendlich viele Zeitlupen aufgeklärt. Aber es gibt sie noch, die Mysterien der Bundesliga. Die Datierung der ersten Liveübertragung eines Bundesligaspiels im Fernsehen gehört zu diesen sagenumwobenen Ereignissen.

Trainer Baade machte diese Diskussion mit einem Beitrag auf und erhielt jede Menge Rückmeldungen von Fußball-Aficionados mit ausgeprägtem Langzeitgedächtnis. Mehrere Partien aus den 70ern und 80ern werden da als potentielle erste Liveübertragung genannt – allerdings jeweils in regionalen Programmen.

Fest steht: die erste Liveübetragung im Hauptprogramm (der ARD) fand am 11. Dezember 1984 statt. Borussia Mönchengladbach empfing den FC Bayern zum Spitzen- und Nachholspiel an einem Dienstagabend. Aus heutiger Sicht interessant, wie lange die Bundesliga auf diesen TV-Meilenstein warten musste, angesichts der Dauerberieselung mit Fußball, der wir uns inzwischen ausgesetzt sehen.

Wer sich für die mediale Präsenz der Bundesliga im TV interessiert, dem sei der Tribünengespräch-Podcast zum Thema TV-Rechte beim Rasenfunk empfohlen – noch Ende der 90er war selbst im Pay-TV nicht daran zu denken, dass alle Bundesligapartien live übertragen werden. In der Saison 98/99 wurden z.B. nur drei Spiele je Spieltag live übertragen.

Und sonst

  • 1985 verspielt Borussia Mönchengladbach gegen Real Madrid das sicher geglaubte Weiterkommen im UEFA-Cup. Nach einem 5:1-Sieg am Bökelberg muss das Team von Trainer Jupp Heynckes nach einem 0:4 im Bernabeu die Segel streichen.
  • Am 11. Dezember 2007 läuft Marco Ballotta für Lazio Rom in der Champions League auf. Er ist zu diesem Zeitpunkt 43 Jahre und 246 Tage alt und damit der älteste Akteur, der je in der Königsklasse eingesetzt wurde.

Geburtstage

  • Uwe Klimaschefski, 1938
  • Horst Ehrmantraut, 1955
  • Sami Al-Jaber, 1972
  • Leighton Baines, 1984
  • Carlos Alberto, 1984
  • Moritz Stoppelkamp, 1986