Alle Artikel von Endreas Müller

12.09. – Die Schmach von Landskrona

Heute vor 27 Jahren verlor die österreichische Nationalmannschaft ein Spiel, das selbst Nicht-Fußballfans in Österreich kennen. Ein Begriff, der jedem Österreicher geläufig ist, aber den wohl die wenigsten richtig schreiben können. Auf den Tag genau vor 27 Jahren erlitt die Alpennation ein Trauma, das zwar keinen großen Einfluss auf die sportliche Entwicklung des österreichischen Fußballs haben sollte, sich jedoch dermaßen in die Köpfe der Spieler und Fans einbrannte, dass es bis heute präsent ist und jeder Bescheid weiß, sobald nur der Name fällt: „Färöern.“

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17.04. – Von Zuschauerrekorden und den Anfängen der Stadionarchitektur

Im April 1937 wurde in Schottland ein Rekord aufgestellt. Nie wieder danach verfolgten in Europa so viele Zuschauer ein Fußballspiel live im Stadion. Die Stadionarchitektur, die sich im frühen 20. Jahrhundert ebenso entwickelte wie der Fußballsport und immer größere Arenen hervorbrachte, machte es möglich.

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20.02. – Berlusconi, übernehmen Sie!

Silvio Berlusconi übernimmt den AC Mailand und verändert den europäischen Fußball

von Endreas Müller
Woche: 20.02.2017 – 26.02.2017

Am 20. Februar 1986 schwebt Silvio Berlusconi herab zum AC Mailand, um den Verein nach seinen Vorstellungen zu formen. Stilecht im Hubschrauber heranbrausend und mit Richard Wagners Ritt der Walküren als musikalischer Untermalung wurde er an diesem Tag als neuer Vereinspräsident und Mehrheitseigner des Klubs vorgestellt.  Weiterlesen

Das Kalenderblatt – ab jetzt jeden Montag

Im vergangenen Dezember haben wir hier einen kleinen Testballon steigen lassen. Das Kalenderblatt erinnerte täglich an Ereignisse aus der Fußballgeschichte. Das Feedback darauf war positiv und unser Aufruf zur Mitarbeit war erfolgreich: Lennart und Ralle schmeißen hier in Zukunft mit Unterstützung der 120minuten-Redaktion den Laden.

Das Kalenderblatt wird ab sofort einmal wöchentlich erscheinen und ein denkwürdiges Ereignis aus der bevorstehenden Woche aufgreifen. Wir haben an der Optik geschraubt und werden noch ein paar technische Finessen einbauen. Und es wird wöchentlich ein kleines Quiz geben. Wir freuen uns drauf und hoffen, ihr auch.

19.12. – Römische Legende

Francesco Totti ist eine Legende beim AS Rom. Am 19. Dezember machte er sich mit zwei Toren zum erfolgreichsten Torschützen im Trikot der Roma. Das war bereits 2004. Francesco Totti sollte noch unzählige weitere Spiele für die Römer bestreiten und weit über 200 Tore erzielen.

Und seine Strahlkraft reicht weit über die Grenzen der italienischen Hauptstadt hinaus – der Fußballer Totti ist eine der wenigen landesweit anerkannten Identifikationsfiguren. Trotz und vielleicht sogar wegen seiner manchmal etwas unbeholfenen Außendarstellung. Der Fußballer Totti ist aufrichtig und wirkt authentisch. Die 11freunde haben ihm ein ausführliches Porträt gewidmet.

Und sonst

  • 19. Dezember 1997: Jens Lehmann erzielt in den letzten Minuten als Torhüter den Ausgleich für Schalke 04 im Revierderby gegen Borussia Dortmund.
  • Am 19. Dezember 2009 endet das erfolgreichste Fußballjahr des FC Barcelona bzw. einer Vereinsmannschaft überhaupt. Die Mannschaft von Pep Guardiola gewinnt die Fifa-Klub-WM, der 6. Titel des Jahres. Zuvor hatte Barcelona 2009 die spanische Meisterschaft, den Pokalsieg, die Champions League, den UEFA-Supercup sowie den spanischen Supercup geholt.
  • Sir Alex Ferguson überholt Sir Matt Busby und ist ab dem 19. Dezember 2010 der Trainer mit der längsten Amtszeit bei Manchester United.

Geburtstage

  • Hans-Josef Kapellmann, 1949
  • Michael Tönnies, 1959
  • Karim Benzema, 1987
  • Leonardo Bittencourt, 1993

17.12. – Codename: Ruth Malosso

Kramt man im Gedächtnis nach portugiesischen Ausnahmefußballern, kommt einem sofort Cristiano Ronaldo in den Sinn. Sein Können und seine Außendarstellung überstrahlen nahezu Alles und Jeden. Aber wenn man sich ein bisschen anstrengt, fällt einem auch Eusébio ein, der schwarze Panther, der einen großen Anteil daran hatte, dass Portugal in den 60er-Jahren einen Platz auf der europäischen Fußballlandkarte bekam. Der dritte Platz bei der WM 1966 ist neben dem EM-Titel 2016 einer der größten Erfolge einer portugiesischen Auswahl überhaupt. Eusébio zeigte im Turnierverlauf herausragende Leistungen und war einer der schillerndsten Spieler dieser WM. Unter Vertrag war er viele Jahre bei Benfica Lissabon und holte 2 Mal den Pokal der Landesmeister und 11 Mal den portugiesischen Meistertitel.

Bereits im Alter von 18 Jahren wechselte Eusébio aus seiner Heimat, dem heutigen Mosambik (damals eine portugiesische Kolonie), zu Benfica. Der Transfer wurde streng vertraulich behandelt. Am 17. Dezember 1960 erreichte nicht etwa Eusébio Lissabon, sondern Ruth Malosso. Die Verantwortlichen bei Benfica um Bela Guttmann hatten sich sogar ein Pseudonym für ihren Toptransfer ausgedacht.

Der Grund dafür war Rivale Sporting Lissabon. Denn eigentlich hatte Eusébio bis dato in Sportings Farmteam in Mosambik gekickt. Benfica hatte ihn kurzerhand abgeworben und um kein Aufsehen zu erregen, bekam Eusébio ein Pseudonym verpasst. Nach seiner Ankunft in Lissabon wurde er sofort in ein abgelegenes Hotel an der Algarve gebracht, da Benfica damit rechnete, dass Sporting Eusébio kidnappen könnte. Eusébio war drauf und dran wegen des Versteckspiels Portugal wieder zu verlassen. Der portugiesische Fußball der 60er- und 70er-Jahre wäre wohl ein anderer gewesen, hätte seine Mutter ihn nicht überredet zu bleiben.

Und sonst

  • Just Fontaine, späterer WM-Rekordtorschütze, gibt am 17. Dezember 1953 sein Länderspieldebüt für Frankreich und erzielt beim 8:0 Sieg über Luxemburg drei Tore.
  • Am 17. Dezember 1967 scheitert die BRD in der EM-Qualifikation. Ein torloses Unentschieden in Albanien verhindert den Einzug in die Endrunde – die Schmach von Tirana.

Geburtstage

  • Jan Schindelmeiser, 1963
  • Patrick Müller, 1976
  • Tim Wiese, 1981
  • Boubacar Sanogo, 1982
  • André Ayew, 1989
  • Marcel Risse, 1989
  • Martin Ødegaard, 1998

14.12. – Reals Fußballtempel

Der 14. Dezember 1947 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte Real Madrids. An diesem Tag wird das Nuevo Estadio Chamartín eingeweiht. Initiiert hatte den Stadionneubau der damalige Real-Präsident Santiago Bernabéu. Das Stadion wurde bereits Mitte der 50er-Jahre noch zu seinen Lebzeiten nach ihm umbenannt. Der Bau war eine visionäre Wette Bernabéus auf die Zukunft. Seine Rechnung war einfach: Tickets waren damals die wichtigste Einnahmequelle eines Fußballvereins und wer das größte Stadion hatte, hatte auch die größten Einnahmen und könnte damit die teuersten Fußballer verpflichten. Bernabéu spekulierte auf einen Zuschauerboom und ließ das neue Stadion mit mehr als dreimal so vielen Plätzen konzipieren. Sein Plan ging auf und Real erweiterte das spätere Estadio Santiago Bernabéu schon bald auf atemberaubende 125.000 Plätze.

Auch bei der Standortauswahl bewies Bernabéu Geschick. Real erwarb für die damals unglaubliche Summe von 3 Mio. Peseten zusätzliches Land in der Nähe des bestehenden Stadions für den Neubau. Dies sollte sich als weise Entscheidung herausstellen – die Heimspielstätte Reals liegt inzwischen an einer der wichtigsten Hauptstraßen Madrids. Das Stadion war ein wichtiges Puzzleteil zum Aufstieg Reals. Bei seiner Fertigstellung dümpelten die Königlichen noch im Mittelfeld der spanischen Liga. Das sollte Bernabéu mit namhaften Verpflichtungen in den darauffolgenden Jahren ändern.

Das Estadio Santiago Bernabéu wurde in der Folge mehrfach umgebaut und fasst heute „nur noch“ gut 81.000 Besucher – hier kann man im Stadion Platz nehmen und sich umsehen.

Und sonst

  • Johann Cruyff, damals Trainer von Ajax Amsterdam, verhilft Dennis Bergkamp am 14. Dezember 1986 zu seinem Profi-Debüt.
  • Am 14. Dezember 1994 läuft Vinnie Jones das erste Mal für die walisische Nationalmannschaft auf. Er übernimmt prompt die Kapitänsbinde.

Geburtstage

  • Chris Waddle, 1960
  • Nico Van Kerckhoven, 1970
  • Zdeněk Pospěch, 1978
  • Tobias Willi, 1979
  • Jean-Alain Boumsong, 1979
  • Chadli Amri, 1984
  • Jakub Błaszczykowski, 1985

13.12. – Let it snow!

Rabah Madjer. Dieser Name lässt Bayern-Fans erschaudern. 1987 machte Madjer mit seinem unvergessenen Hackentor die Niederlage des FC Bayern im Finale des Europapokals der Landesmeister perfekt. Stattdessen holte der FC Porto den wichtigsten Titel des europäischen Vereinsfußballs und das Anrecht auf einen unvergesslichen Ausflug nach Tokio.

Dort „musste“ am 13. Dezember 1987 das Finale des Weltpokals ausgetragen werden gegen den Club Atlético Peñarol aus Montevideo. Eigentlich war nicht ans Fußballspielen zu denken. Ein Schneesturm tobte und das Spielfeld war mit einer dicken Schneedecke überzogen, darunter Matsch. Irreguläre Bedingungen für ein solches Spiel, aber Sponsoren und Organisatoren duldeten keinen Aufschub.

Was sich dann auf dem Platz abspielte, war keines Weltpokalfinales würdig und das Gezeigte erinnerte nur rudimentär an Fußball. Am Ende entschied Rabah Madjer auch dieses Spiel. Aus über 30 Metern Entfernung traf er sehenswert in der Verlängerung. In Zeitlupengeschwindigkeit überquert der Ball die Torlinie.

Geburtstage

  • Dieter Eilts, 1964
  • Santi Cazorla, 1984
  • Mikael Lustig, 1986

11.12. – Live und in Farbe

Anthony Yeboahs wahres Alter ist inzwischen ermittelt, sämtliche Phantomtore sind durch unendlich viele Zeitlupen aufgeklärt. Aber es gibt sie noch, die Mysterien der Bundesliga. Die Datierung der ersten Liveübertragung eines Bundesligaspiels im Fernsehen gehört zu diesen sagenumwobenen Ereignissen.

Trainer Baade machte diese Diskussion mit einem Beitrag auf und erhielt jede Menge Rückmeldungen von Fußball-Aficionados mit ausgeprägtem Langzeitgedächtnis. Mehrere Partien aus den 70ern und 80ern werden da als potentielle erste Liveübertragung genannt – allerdings jeweils in regionalen Programmen.

Fest steht: die erste Liveübetragung im Hauptprogramm (der ARD) fand am 11. Dezember 1984 statt. Borussia Mönchengladbach empfing den FC Bayern zum Spitzen- und Nachholspiel an einem Dienstagabend. Aus heutiger Sicht interessant, wie lange die Bundesliga auf diesen TV-Meilenstein warten musste, angesichts der Dauerberieselung mit Fußball, der wir uns inzwischen ausgesetzt sehen.

Wer sich für die mediale Präsenz der Bundesliga im TV interessiert, dem sei der Tribünengespräch-Podcast zum Thema TV-Rechte beim Rasenfunk empfohlen – noch Ende der 90er war selbst im Pay-TV nicht daran zu denken, dass alle Bundesligapartien live übertragen werden. In der Saison 98/99 wurden z.B. nur drei Spiele je Spieltag live übertragen.

Und sonst

  • 1985 verspielt Borussia Mönchengladbach gegen Real Madrid das sicher geglaubte Weiterkommen im UEFA-Cup. Nach einem 5:1-Sieg am Bökelberg muss das Team von Trainer Jupp Heynckes nach einem 0:4 im Bernabeu die Segel streichen.
  • Am 11. Dezember 2007 läuft Marco Ballotta für Lazio Rom in der Champions League auf. Er ist zu diesem Zeitpunkt 43 Jahre und 246 Tage alt und damit der älteste Akteur, der je in der Königsklasse eingesetzt wurde.

Geburtstage

  • Uwe Klimaschefski, 1938
  • Horst Ehrmantraut, 1955
  • Sami Al-Jaber, 1972
  • Leighton Baines, 1984
  • Carlos Alberto, 1984
  • Moritz Stoppelkamp, 1986

10.12. – Ein besonderer Profi

Am 10. Dezember 1988 erblickt ein etwas anderer Fußballer das Licht der Welt. Neven Subotic wirkt neben dem archetypischen Profi, ausgestattet mit den Insignien des Wohlstands und der Selbstdarstellung, etwas aus der Zeit gefallen. Nicht nur Äußerlichkeiten machen ihn zu einem besonderen Typ.

Bodenständigkeit und soziales Engagement sind für den im ehemaligen Jugoslawien geborenen Subotic keine Öffentlichkeitsarbeit sondern eine Herzensangelegenheit. Zunächst engagierte er sich in Dortmund, um später seine eigene Stiftung zu gründen, die sich einen einfacheren Zugang zu sauberem Wasser zum Ziel gesetzt hat. Regelmäßig reist Subotic selbst nach Afrika, um die Projekte seiner Stiftung vor Ort zu betreuen.

In einem ausführlichen Interview spricht er über seine Beweggründe und sein Selbstverständnis.

Geburtstage

  • Bernd Jakubowski, 1952
  • Friedhelm Funkel, 1953
  • Toralf Konetzke, 1972
  • Neven Subotic, 1988
  • Wilfried Bony, 1988
  • Marc Stendera, 1995

8.12. – Der umtriebige Herr Calmund

Es war ein schmaler Grat auf dem Reiner Calmund im Herbst 1989 wandelte. Manch einer mag seine Bemühungen um die besten Fußballer der DDR kurz nach der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze umtriebig nennen, ein anderer würde sein Gebaren wohl als Wildwestmethoden bezeichnen. Eines ist unbestritten – sie waren erfolgreich.

Am 8. Dezember 1989 am Rande des 20. Spieltags gab Calmund bekannt, dass er den ersten legalen Ost-West-Transfer eintüten würde. Andreas Thom sollte in Kürze von Berlin nach Leverkusen wechseln.

Schon wenige Tage nach dem Mauerfall hatte Calmund den Kontakt mit den DDR-Fußballern gesucht und sich dabei nicht immer ans Protokoll gehalten. Schon Mitte November hatte er einen Mitarbeiter inkognito zum DDR-Länderspiel nach Wien entsandt. Calmunds Späher gab sich als Fotograf aus und nahm schlussendlich sogar auf der Auswechselbank der DDR-Auswahl Platz. In einem ausführlichen Interview erinnert sich Calmund an diese und andere Geschichten aus der Wendezeit und stellt fest: „Vielleicht waren wir ein bisschen forsch.“

Und sonst

  • 8. Dezember 1935: es wird das erste Finale des heutigen DFB-Pokals (damals: Tschammer-Pokal) ausgetragen. Der 1. FC Nürnberg setzt sich gegen Schalke 04 durch.
  • 1993 zelebriert Werder Bremen ein weiteres kleines Europapokal-Wunder. Gegen Anderlecht liegt man zur Halbzeit 0:3 zurück. In den zweiten 45 Minuten verwandelt Otto Rehhagels Team den Rückstand in einen 5:3-Sieg.
  • 2005 wurde Norbert Meier am 8. Dezember als Trainer des MSV Duisburg entlassen. Auslöser war die so genannte Kopfstoß-Affäre.

Geburtstage

  • Geoff Hurst, 1941
  • Les Ferdinand, 1966
  • Jürgen Luginger, 1967
  • Bernd Hollerbach, 1969
  • Halil und Hamit Altintop, 1982
  • Maximilian Eggestein, 1996

 

7.12. – Wunder von der Weser

1999 war der UEFA-Pokal noch ein reiner KO-Wettbewerb. Zwei Spiele entschieden über Weiterkommen oder Ausscheiden. So einfach war das. Galatasaray Istanbul machte am Ende das Rennen und holte den UEFA-Cup. Werder Bremen scheiterte im Viertelfinale am Arsenal FC und schrieb dennoch ein kleines Stück Fußballgeschichte. Denn nicht nur in Bremen wird man sich an das außergewöhnliche Rückspiel der 3. Runde am 4. Dezember gegen Olympique Lyon erinnern.

Vor Anpfiff schien die Lage für die Bremer eher aussichtslos. 0:3 hatte man in Lyon verloren. Trainer Thomas Schaaf spielte gewohnt offensiv, hinten ging es 1-gegen-1 und vorn sollten Herzog, Ailton, Pizarro und Bode es richten. Vom Anpfiff weg starteten die Bremer ihren Sturmlauf.

Marco Bode traf schon nach einer Viertelstunde aus schwierigem Winkel und zur Pause stand es durch einen Elfmeter 2:0. Ein neuerliches Wunder von der Weser schien sich anzukündigen. Nach zehn Minuten in Halbzeit 2 war das Hinspiel egalisiert und Lyon lies reihenweise Chancen liegen.

Beim entscheidenden 4:0 hatte Ailton, mit modischem Goldkettchen, seinen großen Auftritt. Wer den Brasilianer nur noch als pummeligen Gute-Laune-Typ in Erinnerung hat, kann sich in der Spielzusammenfassung von seinen wahren Qualitäten überzeugen. Vor der Mittellinie bekommt er den Ball und legt einen sehenswerten 60m-Sprint hin. Claudio Pizarro erledigt den Rest und Bremen steht im Achtelfinale.

Und sonst

  • Am 7. Dezember 1963 wird das Spiel des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund wegen Nebels abgebrochen.
  • Rudi Völler erzielt am 7. Dezember 1984 einen lupenreinen Hattrick in 17 Minuten. Insgesamt trifft er beim 6:0-Sieg von Werder vier Mal.
  • Und nochmal Bremen: auf den letzten Drücker gelingt am 7. Dezember 2005 das Weiterkommen in der Champions League mit einem furiosen 5:1 gegen Panathinaikos Athen.

Geburtstage

  • Colin Hendry, 1965
  • Sean Dundee, 1972
  • Delron Buckley, 1977
  • Danny Latza, 1989

5.12. – Wutti

Der 5. Dezember 1989 markiert das Ende einer kleinen Ära beim 1. FC Kaiserslautern. Eine Suspendierung besiegelt den späteren Abschied von Wolfram Wuttke aus der Pfalz. Vorangegangen war ein Zerwürfnis mit FCK-Trainer Gerd Roggensack.

Wuttke, der sonst immer das Pech hatte, zur falschen Zeit zum richtigen Verein zu wechseln, hatte in Kaiserslautern seine erfolgreichste Zeit. Gekommen war er 1985 vom HSV, dem er sich 1983 just nach dem Gewinn von Meisterschaft und Europapokal der Landesmeister anschloss.

In Kaiserslautern war er nicht mehr länger Stürmer sondern Spielmacher und half Jahr für Jahr mit, die Klasse zu halten. An die erfolgreichen Jahre bei den Pfälzern konnte er nie mehr anknüpfen. Nach Wuttkes Abschied übernahm Kalli Feldkamp die Roten Teufel und führte sie prompt zur Meisterschaft.

In einem Beitrag bei Der Betze brennt wird die Ära Wuttke und seine Bedeutung für Verein und Fans sehr treffend und hautnah zusammengefasst.

Wolfram Wuttke starb im Alter von nur 53 Jahren im März 2015. Unvergessen werden neben seinem einzigartigen fußballerischen Talent auch seine Sprüche und Eskapaden abseits des Platzes bleiben. Die 11freunde erinnern sich postum an ein Interview und einige von Wuttkes Geschichten.

Geburtstage

  • Hans „Hennes“ Weisweiler, 1919
  • Fred Rutten, 1962
  • Peter Hyballa, 1975
  • Marcelo Zalayeta, 1978
  • Manuel Schmiedebach, 1988
  • Ondrej Duda, 1994

 

4.12. – Trauer in Brasilien

Am 4. Dezember 2011 trauert Brasilien und der Anhang von Corinthians São Paulo ganz besonders. Sócrates, die prägende Figur des Vereins in den später 70er- und frühen 80er-Jahren war gestorben. Seine Jahre bei den Corinthians waren nicht nur sportlich erfolgreich, er prägte auch eine ganz andere, grunddemokratische Art der Vereinsführung. Die „Democracia Corinthiana“ ermöglichte allen Vereinsangestellten weitreichende Mitbestimmung – eine Quasi-Utopie in Brasilien, wo bis Mitte der 80er eine Militärdiktatur das Sagen hatte.

Neben seinem gesellschaftlichen Engagement und seinem Spielstil fiel Sócrates auch durch seinen, für einen Profisportler ungewöhnlichen, Lebenswandel auf. Und dennoch war er es, der Brasilien bei der WM 1982 als Kapitän auf den Platz führte. Trotz des frühen Ausscheidens der Seleção wird das Team noch heute für seine Art Fußball zu spielen gefeiert. Spielverlagerung hat ihm 2011 ein längeres Porträt gewidmet. Alois Gstöttner führte mit Sócrates 2009 ein ausführliches Interview, über seine Bedeutung für Brasilien und den brasilianischen Fußball und 120minuten beleuchtet Sócrates‘ Engagement in einem Longread.

Und sonst

  • Am 4. Dezember 2014 wird bekannt gegeben, dass in der Bundesliga ab der Saison 15/16 Torlinientechnik zum Einsatz kommt.
  • Der DFB gibt die Gründung einer Futsal-Nationalmannschaft am 4. Dezember 2015 bekannt.

Geburtstage

  • Franz Brungs, 1936
  • Jean-Marie Pfaff, 1953
  • Ulf Kirsten, 1965

2.12. – Vernebelt

Die Saison 1967/68 war eine denkwürdige für Borussia Neunkirchen. Es war das letzte Mal, dass die Saarländer in der Bundesliga mitmischen durften. Am Ende der Spielzeit stand der direkte Abstieg und eine katastrophale Auswärtsbilanz zu Buche. Ein einziges Unentschieden errangen die Neunkirchener in der Fremde. Dem gegenüber standen 16 Niederlagen und 61 kassierte Tore.

Trotz dieser trostlosen Zahlen war die Borussia am 2. Dezember 1967 an einem denkwürdigen Spiel beim VfB  Stuttgart beteiligt. Da kam es nämlich zu einem der seltenen Spielabbrüche in der langen Historie der Bundesliga. Nebel hatte das Weiterspielen unmöglich gemacht. Die Stuttgarter versuchten sogar der Nebelschwaden Herr zu werden, indem sie Strohballen im Stadion abbrannten. Es half Alles nichts. Nachdem wenige Minuten in Halbzeit 2 gespielt waren, brach der Schiri ab. Bis dahin hatte die Borussia ein 0:0 in der Fremde verteidigt.

Die zusätzliche Auswärtsfahrt aufgrund des Wiederholungsspiels konnten die Neunkirchener, wie zu erwarten, nicht erfolgreich gestalten. Sie unterlagen dem VfB Stuttgart mit 1:2.

Und sonst

  • Ebenfalls am 2. Dezember 1967 bringt der 1. FC Nürnberg auf dem Weg zu seinem bisher letzten Meistertitel Bayern München eine empfindliche Niederlage bei. 7:3 siegt der Club, Franz Brungs erzielt fünf Treffer.
  • Am 2. Dezember 1997 erringt Borussia Dortmund den Weltpokal in Tokio im Finale gegen Cruzeiro Belo Horizonte.

Geburtstage

  • Antonín Panenka, 1948
  • David Batty, 1962
  • Francesco Toldo, 1971
  • Marco Engelhardt, 1980

1.12. – Gol del Aguanis

Es gibt Tore, die sind einfach formvollendet. Einen Treffer, der zweifelsohne in diese Kategorie gehört, erzielte Raúl am 1. Dezember 1998.

Clarence Seedorf schlägt einen zentimetergenauen 60m-Diagonalpass. Auf diese Vorarbeit lässt Raúl exakt fünf Ballkontakte folgen. Gerade so viel wie nötig, um den Ball in vollem Lauf anzunehmen, zwei Verteidiger und den Torhüter aussteigen zu lassen und am Ende unbedrängt einzuschieben. Er entschied mit dem Tor in der 83. Minute das Weltpokalfinale gegen Vasco da Gama und unterstrich damit, damals noch mit zarten 21 Jahren, seine Rolle als Schlüsselspieler bei Real Madrid.

Das Tor zählt zu den bekanntesten Raúls und ist in Spanien als „Gol del Aguanis“ geläufig. Die Bezeichnung lässt sich nicht direkt übersetzen und stammt aus Raùls Zeit im Nachwuchsfußball. „Aguanis“ beschreibt den von Seedorf und Raúl ausgeführten Spielzug. Der Stürmer sprintet intuitiv Richtung Tor und ebenso intuitiv schlägt der Mittelfeldspieler den langen Pass.

Und sonst

  •  Am 1. Dezember 1989 verkündet der DFB, wer Nachfolger von Teamchef Franz Beckenbauer bei der DFB-Auswahl wird: Berti Vogts übernimmt den Trainerposten nach der WM 1990.
  • Am 1. Dezember 2001 läuft Davor Šuker das erste Mal für 1860 München in der Bundesliga auf. Er wird insgesamt nur 25 Spiele für die Münchner bestreiten.

Geburtstage

  • Tasso Wild, 1940
  • Karl-Heinz (Charly) Körbel, 1954
  • Klaus Thomforde, 1962
  • Salvatore „Totò“ Schillaci, 1964

Das Kalenderblatt. Von 120minuten.

calendarDer Fußball hat viele Geschichten geschrieben, jeder Tag hat seine ganz eigene und hinter jedem Datum steckt eine andere. Wir möchten Einzigartiges, Wunderschönes, Kurioses und Skandalöses aus der Welt des Fußballs aufschreiben – Tag für Tag. Das Kalenderblatt liefert jede Woche eine Geschichte, die sich vor 3, 5, 25 oder 50 Jahren zugetragen hat. Pointiert geschrieben und mit einem Video oder Link zum Thema, um sich in das fußballhistorische Ereignis zu vertiefen.

Das Kalenderblatt ist ein Projekt von 120minuten, dem Onlinemagazin für Fußball-Longreads, und wird von einer Handvoll Fußballenthusiasten gepflegt.

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