Advent in den Blogs – Der Fußball-Weihnachtskalender, Tür 24

Weihnachten beim DFB

Weihnachten – Die Zeit, in der der Plätzchenduft in alle Ecken kriecht und man mit seinen Liebsten den Stress des Alltags für ein paar Tage hinter sich lässt, um sich auf der Suche nach Besinnlichkeit einfach nur anderen Stress zu bereiten. Auch beim DFB nutzt man traditionell den ganz besonderen Zauber der Winterpause, um mit der ganzen Fußballfamilie einmal auf das vergangene Jahr zurück zu blicken und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Heute dürfen wir bei den Vorbereitungen der Weihnachtsfeier in der Otto-Fleck-Schneise einmal Mäuschen spielen. Ein nicht ganz ernst gemeinter Bericht.

von Ralf Lieschke

„Haben wir es jetzt langsam?“, will der große Vorsitzende wissen. Reinhard Grindel ist not amused, während die versammelte Mannschaft zum x-ten Mal die Sitzordnung für die große DFB-Weihnachtsfeier diskutiert. Es herrscht ein veritables Durcheinander, seit Uli Hoeneß kurzfristig seine Teilnahme absagen musste – offiziell, weil er erklärt, sich um Franz Beckenbauer und die Wahrung seiner Verdienste kümmern zu müssen. Hinter vorgehaltener Hand machen aber Gerüchte die Runde, dass seine Bewährungsauflagen doch etwas strenger ausgefallen sind und eine Reise ins nicht-bajuwarische Ausland derzeit nicht die beste Idee wäre. Die Frage, wer sich an der Tafel neben Vize Rainer Koch platzieren und ihm in seiner Landessprache die Forderung nach einem direkten Champions-League-Platz für die Regionalliga Bayern ausreden könnte, muss für den Moment ungeklärt bleiben. Auch um die Auswahl des Kleides für Helene Fischers Auftritt als Weihnachtsengel muss sich jemand anderes kümmern. Der Präsident hat wichtigere Probleme.

Bei einem ihrer letzten Besuche hatten Vertreter der aktiven Fanszenen einen Wunschzettel in Frankfurt gelassen. Den hatte noch niemand durchgesehen, aber von alleine würde sich diese Angelegenheit auch nicht regeln. So hatte König Reinhard beschlossen, die Wünsche im Rahmen der Weihnachtsfeier kurz zu überfliegen und die Meinung seiner Getreuen einzuholen. Von fairen Anstoßzeiten ist da beispielsweise zu lesen. „Irgendwo auf der Welt ist’s immer 15:30“, wirft der aus Japan angereiste Lukas Podolski ein und man mag ihm kaum widersprechen. Prima, Problem gelöst. Die Forderung nach bezahlbaren Tickets, Financial Fair Play und verantwortungsvollem Handeln sorgt da schon für mehr Gesprächsstoff. „Wer hat sich diesen sozialromantischen Unsinn denn ausgedacht?“, will Oliver Bierhoff wissen. „Das sieht ja aus, als käme es direkt von Zettel-Ewald und seinem lustigen Kumpel aus Freiburg! Das ist hier ein knallhartes Business, wir sind doch nicht aufm Fußballplatz.“ „Genau“, pflichtet Sandro Wagner bei, „irgendwo muss die leistungsgerechte Bezahlung ja herkommen.“ Der Einwand des frischgebackenen Ehrenspielführers Lahm, dass es ja schon irgendwie noch um Fußball ginge, geht im Gewühl unter – es deutet sich an, dass in diesem Punkt so schnell keine endgültige Lösung gefunden werden wird. Einigkeit herrscht erst wieder beim Thema „Strafen“: Der Vorschlag von Schatzmeister Osnabrügge, den Inhalt des liebevoll „Pyrokasse“ getauften Sonderkontos auch in diesem Jahr wieder für ein gewaltiges Silvesterfeuerwerk über dem Frankfurter Stadtwald zu verwenden, findet breite Zustimmung. Über die Frage des idealen Verhältnisses von Sound und Licht gerät der Wunschzettel der Fans nun aber in Vergessenheit…

Nur wenig Zeit zur Kontrolle der neu arrangierten Tischkärtchen bleibt dem zweitbesten aller Präsidenten, bevor er jäh aus seinen Gedanken gerissen wird. Mit den Worten „Reinhard, wir haben ein Problem mit diesem windigen Brausehersteller“, eröffnet Bierhoff die nächste Baustelle. „Was hat der Mateschitz denn schon wieder? Der soll’s mal nicht übertreiben, irgendwann sagen wir vielleicht doch mal ‚nein‘, wenn er was will“, meint Grindel, ohne seinen Worten selbst recht zu glauben. „Nein, nicht der Didi“, wendet Bierhoff ein, „Coca-Cola will den Fanclub Nationalmannschaft neu einkleiden. Alle in Rot zur WM nach Russland. Sie meinen, beim Weihnachtsmann hätte das auch prima geklappt.“ Noch bevor jemand etwas sagen kann, jubelt FC-Köln-Präsident Spinner: „Hoodies, wir geben denen rote Hoodies! Grandiose Idee! Da werden sich die Leute drum prügeln.“

Als langsam wieder Ruhe einkehrt und die Szenerie beruhigt scheint, taucht doch noch Generalsekretär Curtius mit einem großen Paket auf und hat offenbar ein Problem. „Was machen wir jetzt eigentlich mit all den Räuchermännchen, die uns der Helge aus dem Erzgebirge schon wieder geschickt hat? Jedes Jahr die gleiche Scheiße, wer will die Dinger denn haben?“ Da ist auch der Präsident ratlos: „Die wollte ich eigentlich der chinesischen U20 als Souvenir mitgeben, aber die kommen ja nicht mehr.“ „Was ihr nur immer mit China habt“, meldet sich plötzlich eine Stimme aus dem Hintergrund, „ich finde, der osteuropäische Markt hätte viel mehr Aufmerksamkeit verdient als die.“ – „Hätte, hätte, Lichterkette. Halt die Klappe und stell den Baum auf, Lothar!“

Beitragsbild: Fußball-Schnee-Weihnachten / CC0 1.0, via Pixabay.com

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Damit endet unser Fußball-Adventskalender für dieses Jahr. Wir danken allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben und wünschen allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.

Der Fußball-Weihnachtskalender ist ein gemeinsames Projekt von @berlinscochise, Zebrastreifenblog, Cavanis Friseur, turus.net, Nachspielzeiten und 120minuten.

Informationen zur Fußballblog-Weihnachtskalender-Idee und eine Liste mit allen bisherigen Türchen, die natürlich fortlaufend aktualisiert wird, findet Ihr hier.

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