29. 06. – Brasilien gewinnt die WM in Schweden

Die Weltmeisterschaft in Schweden ist – wie jedes andere Turnier auch – reich an Geschichten. Bei der WM 1958 gab es den aufgehenden Stern des Edson Arantes do Nascimento, besser bekannt als Pelé. Im Finale gegen den Gastgeber erzielte er zwei Tore beim 5-2 Erfolg. 1958 wurde der bis heute gültige Torrekord eines Spielers während eines Turniers aufgestellt. Der Franzose Just Fontaine erzielte 13 Treffer. Was in anderen Fällen zum Titel gereicht hätte, brachte Frankreich einen 3. Platz. Im ‘kleinen Finale’ traf Fontaine noch ganze vier mal gegen den entthronten Weltmeister Deutschland und sicherte sich so den Goldenen Schuh des besten Torschützen.


von Christoph Wagner
Woche vom 26. Juni bis 2. Juli

Beinah wären die Brasilianer aber gar nicht zur Weltmeisterschaft gefahren. Das letzte Qualifikationsspiel gegen Peru konnte man zwar mit 1:0 gewinnen, jedoch war es ein Pflichtsieg, denn nur der Gruppenerste war qualifiziert. Brasiliens Gruppe bestand aus genau zwei Mannschaften: Brasilien und Peru, während die anderen beiden Gruppen in Südamerika aus drei Mannschaften zusammengesetzt wurden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wie dem auch sei, Brasilien war qualifiziert und schlüpfte in die Favoritenrolle.

Das Turnier sah den Stern eines Spielers aufgehen, den es so vorher noch nicht gegeben hatte und der unbestritten einer der besten Spieler des 20. Jahrhunderts war. Die Rede ist von Pelé. Als 17-jähriger bezauberte er die Zuschauer und die Presse gleichermaßen. Seine Klasse war ein maßgeblicher Grund, warum Brasilien Weltmeister wurde. Er war bereits seit einem Jahr Stammspieler in der Seleção als er in Schweden auflief und während des Turniers sah man auch, warum. Bereits in jungen Jahren wurde er als Brasiliens bester Fußballer beschrieben. Seine Spielweise paarte Eleganz und Athletik mit einer überragenden Technik. All das kam zusammen in der 55. Minute im Finale. Ein hoher Ball kam in den Strafraum, Pelè, mit dem Rücken zum Tor, nimmt ihn an, hebt ihn über seinen Kopf, dreht sich und zieht volley ab und trifft. Danach war das Finale eigentlich vorbei. Schweden schaffte noch das 2:4 in der 80. Minute, was lediglich Ergebniskosmetik war, mit dem Schlusspfiff schoss Pelè das 5:2. Brasilien war Weltmeister, acht Jahre nach dem Trauma von Maracana ging die Trophée Jules Rimet nach Brasilien.

Über diesem Turnier schwebt auch die Frage “Was wäre wenn?” Im Februar 1958 stürzte ein Flugzeug der British European Airways in München ab. An Bord war die Mannschaft von Manchester United, die soeben das Halbfinale des Landesmeisterpokals erreicht hatte. Auf dem Rückflug vom Spiel gegen Roter Stern Belgrad musste der Pilot in München zwischenlanden, um die Maschine zu betanken. Der einsetzende Schnee machte einen Start nahezu unmöglich. Der Pilot versuchte es dennoch. Mit fatalen Folgen. Beim dritten Anlauf schoss das Flugzeug über die Startbahn hinaus und prallte gegen ein Haus. Von der Mannschaft verloren acht Spieler ihr Leben, unter ihnen Duncan Edwards und Tommy Taylor, zwei der größten Talente des englischen Fußballs. Es ist natürlich müßig zu argumentieren, was wäre wenn. Die englische Auswahl ging jedoch unbestritten geschwächt ins Turnier – plötzlich fehlten da der Spielmacher und der Torjäger – und England beendete die WM nach der Vorrunde.

Geburtstage in der Woche vom 26. Juni bis 2. Juli

  • 26. Juni: Harry Adam (1923)
  • 27. Juni: Harpa Þorsteinsdóttir (1986)
  • 28. Juni: Luis Abarca (1965)
  • 29. Juni: Yann M’Vila (1990)
  • 30. Juni: Olaf Adamczak (1955)

Wer Gegen Wen?

Wer hat hier gegen wen gespielt? Und in welchem Jahr war das? Eure Antwort könnt ihr z.B. per E-Mail an kalenderquiz@120minuten.net senden. Wir lösen im Laufe der Woche auf.

Bildnachweis: Darjac via WikiMedia

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