17.12. – Codename: Ruth Malosso

Kramt man im Gedächtnis nach portugiesischen Ausnahmefußballern, kommt einem sofort Cristiano Ronaldo in den Sinn. Sein Können und seine Außendarstellung überstrahlen nahezu Alles und Jeden. Aber wenn man sich ein bisschen anstrengt, fällt einem auch Eusébio ein, der schwarze Panther, der einen großen Anteil daran hatte, dass Portugal in den 60er-Jahren einen Platz auf der europäischen Fußballlandkarte bekam. Der dritte Platz bei der WM 1966 ist neben dem EM-Titel 2016 einer der größten Erfolge einer portugiesischen Auswahl überhaupt. Eusébio zeigte im Turnierverlauf herausragende Leistungen und war einer der schillerndsten Spieler dieser WM. Unter Vertrag war er viele Jahre bei Benfica Lissabon und holte 2 Mal den Pokal der Landesmeister und 11 Mal den portugiesischen Meistertitel.

Bereits im Alter von 18 Jahren wechselte Eusébio aus seiner Heimat, dem heutigen Mosambik (damals eine portugiesische Kolonie), zu Benfica. Der Transfer wurde streng vertraulich behandelt. Am 17. Dezember 1960 erreichte nicht etwa Eusébio Lissabon, sondern Ruth Malosso. Die Verantwortlichen bei Benfica um Bela Guttmann hatten sich sogar ein Pseudonym für ihren Toptransfer ausgedacht.

Der Grund dafür war Rivale Sporting Lissabon. Denn eigentlich hatte Eusébio bis dato in Sportings Farmteam in Mosambik gekickt. Benfica hatte ihn kurzerhand abgeworben und um kein Aufsehen zu erregen, bekam Eusébio ein Pseudonym verpasst. Nach seiner Ankunft in Lissabon wurde er sofort in ein abgelegenes Hotel an der Algarve gebracht, da Benfica damit rechnete, dass Sporting Eusébio kidnappen könnte. Eusébio war drauf und dran wegen des Versteckspiels Portugal wieder zu verlassen. Der portugiesische Fußball der 60er- und 70er-Jahre wäre wohl ein anderer gewesen, hätte seine Mutter ihn nicht überredet zu bleiben.

Und sonst

  • Just Fontaine, späterer WM-Rekordtorschütze, gibt am 17. Dezember 1953 sein Länderspieldebüt für Frankreich und erzielt beim 8:0 Sieg über Luxemburg drei Tore.
  • Am 17. Dezember 1967 scheitert die BRD in der EM-Qualifikation. Ein torloses Unentschieden in Albanien verhindert den Einzug in die Endrunde – die Schmach von Tirana.

Geburtstage

  • Jan Schindelmeiser, 1963
  • Patrick Müller, 1976
  • Tim Wiese, 1981
  • Boubacar Sanogo, 1982
  • André Ayew, 1989
  • Marcel Risse, 1989
  • Martin Ødegaard, 1998

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